Mittwoch, 15. September 2010

"Der Ruf der Schlange" von Andreas Gößling

527 Seiten
Hobbit-Press bei Klett-Cotta
ISBN 9783608938753
Preis: 22,95€
gebundene Ausgabe

Lichtich und Dunkeldu

Im Jahr 734 neuer Zeit, nach der großen Flut befinden wir uns in Phora, der Hauptstadt Dunibiens. Der Agent Samu Rabov, Leiter der königlichen Ermittlungstelle für Mysteriöse Todesfälle, hat zur Zeit viel zu tun. Nachdem er einen Jungen vor dem Opfertod für die Schlangengottheit Ragadhani gerettet hat, will er nun herausfinden, was es mit dem zunehmenden Schlangenwahnsinn auf sich hat. Dazu wird ihm der Assistent Port Sola zugeteilt, doch die beiden sind sich nicht grün. Doch egal, es nutzt nichts. Auf der Suche entdecken die beiden immer mehr Leichen, denen die Wirbelsäule scheinbar entrissen wurde. Doch irgendwann ist klar, dass dies nicht so ist... die Wirbelsäule verwandelt sich in einen schlangenartigen Wurm, der unstillbaren Hunger hat... und die Opfer werden immer mehr. Doch wie kann das sein? Was geht hier vor sich? Wer oder was steckt dahinter? Die beiden werden es herausfinden, doch es ist ein gefährlicher Weg...

Mein Fazit

gut

Einerseits ist diese mystische Geschichte sehr interessant und auch spannend. In einer Art "Akte-X" Manier arbeitet Andreas Gößling mit verschiedenen übersinnlichen Kräften, wie Gedankenübertragung, Verwandlungstechniken und anderen magischen Handlungen, was die ganze Geschichte in eine magische Welt verwandelt. Die verschiedenen Schauplätze der Handlung sind lebhaft dargestellt, ebenso die Personen.
Doch leider verwendet er dazu dermassen viele neue, teilweise komplizierte Wortgestaltungen, dass es dadurch beim Lesen anfänglich sehr hakelt und verwirrt. Die Idee, dass Linglu, Gott dieser Welt, eine große Flut geschickt hat, um alle hochtechnisierten Maschinen zu vernichten, ist interessant umgesetzt. Die Darstellung der daraus resultierenden jetzt genutzten Maschinen ist köstlich, so genannte Dampfmobile dienen als fahrbarer Untersatz, Telefone bestehen aus Hörrohr und Sprechmuschel, erinnern sehr an die Geräte aus den Anfängen ihrer Existenz, Melodophone erinnern sehr an das gute alte Grammophon. Insgesamt bekommt der Leser dadurch einen etwas altertümlichen Eindruck des ganzen.

Zu Lesebeginn habe ich mich sehr schwer getan, wobei es nicht an der Geschichte ansich liegt, es ist eher der Stil, doch mit der Zeit war auch das kein Problem. Während einige Kapitel etwas langatmig erscheinen, geht es dafür an anderer Stelle um so rasanter zur Sache. Und auch die Gänsehaut kommt nicht zu kurz, da die Beschreibung manche Opfer sehr bildlich beschrieben wird.
Das Buch hat einen sehr schön gestalteten Schutzumschlag, und auch die Gestaltung des Einbandes ist sehr ansprechend. Ein Glossar wäre hilfreich, ist aber leider nicht vorhanden, doch dafür gibt es zu Beginn und am Ende jeweils eine Stadtkarte von Phora und eine Landkarte Dunibiens.

der Autor
Andreas Gößling, geboren 1958, lebt als freier Schriftsteller in Coburg. Er ist bekannt durch seine historisch-phantastischen Romane für Erwachsene (»Die Maya-Priesterin«, »Faust, der Magier«) und jugendliche Leser (»Die Dämonenpforte«, »Opus - das verbotene Buch«) sowie kultur- und mythengeschichtlichen Sachbücher.
Quelle: vorablesen

Ich bedanke mich herzlich bei vorablesen und dem Hobbit Press-Verlag für dieses Rezensionsexemplar

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