Montag, 18. Oktober 2010

"Goldstein" von Volker Kutscher

544 Seiten
ISBN 9783462042382
Kiwi-Verlag
Preis: 19,95€
gebundene Ausgabe


Abraham Goldstein- ein Jude aus Amerika... ein Gangster- kommt nach Berlin. Warum? Das würde die hiesige Polizei gerne herausbekommen, und beschließt, den Mann 24 Stunden überwachen zu lassen. Beauftragt mit diesem Job wird Gereon Rath, seines Zeichens Kommissar. Doch eine Überwachung in den späten Dreißigern ist nicht so einfach, wie man sich das vorstellt. Kein Handy, kein Fax, kein PC, heute wohl kaum noch vorstellbar. So geschieht unweigerlich, was geschehen muß- Goldstein verschwindet.

Doch die Hauptgeschichte ist eine ganz andere... Alexandra und Benny, zwei Jugendliche von der Strasse, gehen regelmäßig auf Klau-Tour, diesmal ins KaDeWe. Doch es geht schief, Benny stürzt von der Hausfassade und stirbt. Doch Alexandra hat etwas gesehen, was sie niemandem erzählen kann, denn sie weiß, dass es Mord war.

Es hat etwas länger gedauert, um herauszubekommen, was diese beiden Geschichten miteinander zu tun haben. Und ich muß sagen, es war auch nicht so ganz einfach, dahinter zu kommen, weil das Ganze zu Beginn schon sehr undurchsichtig war. Volker Kutscher bringt den Leser in ein Berlin, das man sich heute nur schwerlich vorstellen kann. Kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges ist das Leben der jüdischen Mitmenschen schon sehr schwierig, sich so unauffällig wie möglich zu verhalten die beste Lösung, um dem Nazi-Regime zu entkommen. Überall herrscht Unruhe, es kommt zu Auseinandersetzungen auf offener Strasse. Es ist der Polizei untersagt, sich der SS anzuschließen, um so neutral wie möglich zu erscheinen. Doch wie überall gibt es auch bei der Berliner Polizei schwarze Schafe...

Mein Fazit

sehr gut

Es ist ein Krimi, ohne Frage, aber nicht im üblichen Sinne. Der Leser bekommt einen Einblick in die Unterwelt des Verbrechens, entdeckt Korruption, politische Ereignisse rücken näher. Das Gesamtbild kommt sehr realistisch rüber, es ist interessant aufgebaut und durchaus glaubhaft recherchiert.
Kutscher baut die Spannung langsam, aber kontinuierlich auf, und schafft es, sie auch zu halten. Die Personen sind lebendig dargestellt, so dass man sich als Leser ein plausibles Bild machen kann.
Und trotz der vielen kleinen Nebenschauplätze bleibt das eigentliche Geschehen übersichtlich. Lediglich Mr. Goldstein kam mir zeitweise etwas zu kurz, zu gerne hätte ich mehr von ihm erfahren.

Der Autor
Volker Kutscher, geboren 1962, arbeitete nach dem Studium brotloser Künste (Germanistik, Philosophie und Geschichte) zunächst als Tageszeitungsredakteur, bevor er seinen ersten Kriminalroman schrieb. Heute lebt er als freier Autor in Köln.
Mit dem Roman "Der nasse Fisch", dem Auftakt seiner Krimiserie um den Kölner Kommissar Gereon Rath im Berlin der 30er Jahre, gelang ihm auf Anhieb ein Bestseller. "Der stumme Tod" ist sein fünfter Roman.
Quelle: lovelybooks

Ich bedanke mich herzlich bei vorablesen und dem Kiwi-Verlag für dieses Rezensionsexemplar

Kommentare:

  1. Hm, trotz deiner guten Rezi reizt mich diese Art Geschichte leider so gar nicht. :-)

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  2. Deswegen ist es ja auch so gut, dass wir alle verschiedene Geschmäcker haben ;o)
    Liebe Grüße euch beiden
    Petra

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