Freitag, 22. April 2011

"Hemmersmoor" von Stefan Kiesbye

208 Seiten
ISBN 9783608502084
Klett-Cotta-Verlag
Preis: 17,95€
geb. Ausgabe

Hemmersmoor, ein kleines Dorf im Norden Deutschlands. Und wie der Name schon verrät, mitten im Moor gelegen. Vier Freunde berichten über das Leben in diesem Kaff, mehr ist es nicht. Nach dem Krieg ist dort scheinbar die Zeit stehen geblieben, man glaubt noch an das Böse im Blick der anderen. Ständig herrscht Unfrieden und Neid untereinander. Keiner gönnt dem anderen die Butter auf dem Brot. Gegen Neuzugezogene verschwören sich die Alteingesessenen, sodass man kaum eine Chance hat, sich in die Gemeinschaft einzufügen.
Selbst die Gedanken und Handlungen der Kinder und Jugendlichen haben es in sich, dass es einem graust.

Mein Fazit

weniger gut

Nach der Leseprobe hatte ich mir mehr erhofft, aber letztendlich konnte sie nicht halten, was sie versprach. Die einzelnen Kapitel werden abwechselnd aus der Perspektive der 4 Freunde erzählt. Die vielen Namen der Dorfbewohner machten es mir teilweise sehr schwer, dem Verlauf und den Zusammenhängen folgen zu können. Der Inhalt an sich erscheint mir übertrieben, soviel Haß und Intrigenschmiederei auf einen Haufen ist einfach zuviel. Die Stimmung im Dorf kommt mir dauerhaft trübe vor, genauso, wie ich mir den Ort ansich vorstelle: Grau, im Nebel verschwindendend, einfach nicht einladend. Und so sind auch die Menschen beschrieben . . . graue Mäuse, die allesamt etwas zu verbergen haben. Inzucht, Mord, Wahnsinn, es ist alles vetreten. Wer nicht schon in jungen Jahren die Chance hat, sich diesem Hexenkessel zu entwinden, gerät über kurz oder lang selbst in den Kreislauf des dörflichen Gegeneinander.
Stefan Kiesbye hat einen direkten Schreibstil und kommt ohne Umwege auf den Punkt. Eigentlich mag ich solch einen Stil, aber die Geschichte ist dermassen auf Distanz und Kälte geschrieben, dass sie mir leider sogarnicht zusagt. Es gab nicht eine Person, die mir auch nur entfernt sympathisch erschien, und das hat mir auf jeden Fall gefehlt, um einen Bezug aufbauen zu können. Es ließ sich zügig lesen, das war aber schon alles.

der Autor
Stefan Kiesbye, geboren 1966 in Eckenförde an der Ostsee, studierte Schauspiel, danach Amerikanistik, Englisch und Vergleichende Literaturwissenschaften an der FU Berlin, in Buffalo, New York und der University of Michigan. Er unterrichtet Kreatives Schreiben im UCLA Extension Writers`Program. 2009 erschien sein Roman »Nebenan ein Mädchen«. Kiesbye ist verheiratet und lebt in Los Angeles.
Quelle: vorablesen.de

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