Donnerstag, 23. Juni 2011

"Ein Winter mit Baudelaire" von Harold Cobert

286 Seiten
ISBN 9783866122581
Pendo-Verlag
Preis: 17,95€
gebundene Ausgabe

"Keine Ahnung, wie es weiter gehen soll."
Das kommt einem in den Kopf, wenn man liest, was Philippe alles widerfährt, nachdem seine Frau ihn vor die Tür gesetzt hat. Seine Schwiegereltern hatten ja schon immer gesagt, dass er nichts für ihre Tochter wäre. Und so ändert sich sein Leben von einem auf den anderen Moment.
Seiner kleinen Tochter Claire hat er jeden Abend eine Geschichte erzählt vom Sternenprinz und der Prinzessin der Morgenröte - das ist nun vorbei.
Aus einem intakten Leben herausgerissen, läßt auch der Rest der Lawine nicht lange auf sich warten: Er erfüllt seine Quote im Büro nicht und sein Vertrag wird nicht verlängert. In einem Anflug von Wut kündigt Philippe, was leider ein großes Loch in sein Budget reisst, denn so gibt es auch kein Geld vom Arbeitsamt, zumindest für die nächsten drei Monate.
Nun ist der Weg bis zum Leben auf der Strasse nicht mehr weit: kein Job - kein Geld - keine Wohnung. Aus. Vorbei. Nur noch irgendwie überleben.
Als Philippe kaum noch tiefer sinken kann, trifft er einen Hund mit dem Namen Baudelaire. Oder ist es umgekehrt? Egal, es ist eine Aufgabe für ihn, sich um diesen Hund zu kümmern, schließlich hat Baudelaire ihm in einer ziemlich gefährlichen Situation aus der Patsche geholfen.

Mein Fazit

ausgezeichnet

Dies ist wieder so ein Buch, das man am Ende zuklappt, um einen Moment in sich zu gehen. Dieses Buch zeigt einem, dass es jederzeit, ganz schnell, einen kurzen, harten Weg nach unten gibt.
Und es zeigt dem Leser auch, wie lang und schwer der Weg nach oben, zurück in's Leben ist. Es tut weh, es macht Angst, und aus Traurigkeit wird schnell Wut.
Und trotzdem ist es auch sanft und optimistisch, und leise sagt es:
Gib nicht auf. Gib dich nicht auf. Du kannst das schaffen. Aber du mußt auch etwas dafür tun. Erwarte keine Hilfe von anderen, dann ist die Freude darüber unbeschreiblich.
Harold Cobert stand selbst kurz vor dieser Situation, doch er hatte Glück, viel Glück, wie er selbst sagt.
Durch einen Fernsehbericht über ein Boot in Paris, das Obdachlosen und ihren Hunden für eine bestimmte Zeit lang Zufluchtsort ist, kam er auf die Idee für dieses Buch.
Ducrh seine Recherche kam er mit einer Welt in Kontakt, die jedem der Leser hoffentlich fern bleibt. Es zu lesen, ist traurig genug, und man kann letztendlich auch nur im Entferntesten erahnen, wie hart diese Welt wirklich ist.
Manch einer der Leser mag vielleicht denken, dass dieses Buch zu rührselig, gar kitschig ist. Kein Problem, jedem seine Meinung. Aber denken Sie nochmal darüber nach, wenn Sie in der Stadt mal wieder um einen Euro gebeten werden.

der Autor
Harold Cobert, 1974 in Bordeaux geboren, hat Literatur studiert. Nach einem Surfunfall im Alter von zwanzig Jahren begann er zu schreiben. Er ist Theater-, Film- und Fernsehautor und hat in Frankreich unter anderem eine Reihe Essays über Mirabeau veröffentlicht. EIN WINTER MIT BAUDELAIRE ist sein erstes Buch, das auf Deutsch erscheint.

Kommentare:

  1. Das habe ich auch schon eine weile auf der Wunschliste stehen.

    LG
    Jai

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  2. Huhu

    Mir ging es genauso wie dir mit dem Buch. Einfach ein wunderbares Buch was einem seine Denkweise überdenken lässt und sein Augenmerk auf die richteten denen es nicht so gut geht wie uns.

    Lg Sumpflicht

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  3. @Jai
    Ich kann es dir wirklich empfehlen
    @Sumpflicht
    Besser kann man es nicht sagen, da gebe ich dir Recht.
    LG Eure Petra

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