Sonntag, 3. Juli 2011

"Mannheimer Blut" von Simone Ehrhardt

172 Seiten
ISBN 9783842334793
BoD-Verlag
Preis: 10,90€
Taschenbuch


Eigentlich ist Mannheim ja ganz schön, zumindest, wenn man in der richtigen Ecke wohnt. Und in der richtigen Wohnung. Und neben den richtigen Nachbarn. Dann ist es schön. Aber nicht für Frieda Räther. Um ihrer Arbeit nachkommen zu können, braucht sie Ruhe. Aber sie hat weder die richtige Ecke in Mannheim, noch die richtigen Nachbarn. Ständig nervt sie der Lärm vom Flugplatz in der Nähe, besonders mit seinem Hubschrauber. Und ihre Vermieter Lothar und Doris Witt, die gleichzeitig auch ihre Nachbarn sind, machen sie noch wahnsinnig. Die beiden sind steinalt und stocktaub. Also wird jede Unterhaltung, jede Radiosendung und natürlich auch jeder Fernsehabend der beiden für Frieda zur Geduldsprobe. Und so sitzt sie mit Ohrstöpseln bewaffnet an ihrem Computer und schreibt ihren Roman, denn Frieda Räther schreibt unter dem Pseudonym Silvana Sander gerade an einem neuen Buch ihrer romantischen Vampir-Reihe.
Um so erstaunter ist sie, als nach einem Hubschrauberabsturz die Polizei ausgerechnet bei ihr klingelt. Doch die Herren sind nicht wegen des Absturzes gekommen, sondern wegen ihrer Nachbarn, denn die beiden sind tot. . .

Mein Fazit

sehr gut

Oh mein Gott, diese Frieda möchte ich aber auch nicht als Nachbarin haben. Sie kommt rüber als verschrobene, ewig meckernde alte Schachtel, die nur noch durch das Schreiben ihrer romantischen Vampirgeschichten am Liebesleben teilnimmt, obwohl sie das natürlich abstreitet. Vielleicht sollte sie sich mal einen Freund zulegen. Aber dem würde sie es sicher auch nicht leicht machen. Das merkt man schon am Umgang mit den Herren von der Polizei, besonders mit Kommissar Weniger, der seit kurzem wieder Single ist, und dem das Allein-sein so garnicht gut tut. Ständig giften sich die beiden an, als ob sie schon seit Jahren verheiratet wären. Frieda ist sauer, weil man ausgerechnet sie verdächtigt, ihre Nachbarn ermordet zu haben, während Weniger sie am liebsten geknebelt wegsperren möchte, damit endlich Ruhe ist. Im Verlauf der Ermittlungen tauchen dummerweise immer mehr Indizien auf, die es Frieda nicht einfacher machen, aus dieser Nummer wieder raus zukommen.

Insgesamt habe ich mich köstlich amüsiert, wobei ich als Leserin der Frau Räther gegenüber auch sehr geduldig sein mußte, denn zu gerne hätte ich sie geschnappt und geschüttelt, damit dieses ewige Gezeter mal aufhört. Simone Ehrhardt kombiniert hier ruppigen Charme mit einer großzügigen Prise kriminalistischer Spannung, und kann den Leser damit gut bei Laune halten. Nebenbei erfährt man noch etwas über die Stadt Mannheim und ihre Gegebenheiten, was das "liebevolle" Geplänkel des zänkischen Duo entspannend auflockert. Und so hat dieser regionale Krimi auf 172 Seiten alles, was er braucht.

Die Autorin
Simone Ehrhardt lebt und arbeitet als Autorin in Mannheim, wo sie 1967 geboren wurde. Sie
ist verheiratet und Mitglied bei der Schriftstellerinnenvereinigung „Mörderische Schwestern“.
Die Liebe zu Krimis entwickelte sie schon früh durch Klassiker wie „Die drei ???“ von Alfred
Hitchcock und Enid Blyton’s „Fünf Freunde“. Nach Ausbildung, Studium und etlichen Jahren
der Berufstätigkeit in der Industrie veröffentlichte sie 2006 den ersten Band der Penelope-
Plank-Reihe „Tote Pfarrer reden nicht“ im R. Brockhaus Verlag. Seither hat Simone Ehrhardt
verschiedene Werke veröffentlicht, neben Romanen auch eine Kurzgeschichtensammlung und
Beiträge in Anthologien und Zeitschriften.
 Vielen Dank an den BoD-Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. Hallo Petra!

    Schöne Rezi, aber meckernde, grantige Protagonisten mag ich nicht so gern. ;-)

    LG, Sabine

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  2. Hallo Sabine, wie, es gibt etwas, das du nicht magst... hihi?
    Lieben Gruß Petra

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