Donnerstag, 29. September 2011

"Sonnenthal" von Birgit Böckli

63 Seiten auf Trekstor Reader
ISBN B005M1RFPK
eBook
Kindle- Preis: 1,97€



Sonnenthal- ein Altersruhesitz. Was für eine nette Idee. Ein Ort, an dem Sie ihren Lebensabend in Ruhe mit Gleichgesinnten ausklingen lassen können. Sie werden rund um die Uhr von freundlichem Personal versorgt, wenn es nötig ist. Gemütliche Zimmer in entspannter Atmosphäre.
Es gibt nur eine Bedingung, damit Sie in diesem Haus auch einen Platz bekommen: Sie haben keine Angehörigen mehr, gar keine! Ach ja und noch eine Kleinigkeit: Bitte stellen Sie keine Fragen . . . Es könnte Ihnen evtl. nicht gut bekommen. Ignorieren Sie diese Regel nicht, dann haben Sie eine wunderbare Zeit bei uns.
Sie möchten wissen, was sich in der oberen Etage befindet? Dort ist unsere Pflegestation mit OP und Intensivbereich. Nein, anschauen können Sie sich diesen Bereich leider nicht, ich bedaure . . .

Meine Meinung

Was sich anfangs so nett anhört, treibt mir die Gänsehaut den Rücken hinunter. Alte Menschen, die nur ohne Angehörige perfekt in das Konzept dieses wunderbaren Heims passen, das fühlt sich nicht wirklich gut an. Denn wenn sie versterben, fragt niemand nach dem Wie und Warum.
Die Autorin besticht durch ihre klare, unpersönlichen Sätze, ohne großartige Ausschweifungen treibt sie den Leser voran. Es wird nichts beschönigt, es gibt kein geheimnisvolles Hin und Her, es geht auf direktem Weg in die Hölle. Die wenigen dargestellten Personen werden meist nur kurz eingeblendet und verschwinden ebenso schnell wieder. Dadurch hat man kaum die Gelegenheit, eine Art Beziehung aufzubauen, aber es ist ja auch eine Kurzgeschichte.

Unterm Strich

Vielen Dank, es war mir ein "Vergnügen", diese Seiten zu verschlingen, aber eines muß ich doch loswerden: Diese Kurzgeschichte hätte auch länger sein dürfen, auf jeden Fall. Insgesamt vergebe ich dafür 5 von 6 Sternthaler.



Die Autorin
Quelle: Lovelybooks.de

Vielen Dank an Birgit Böckli, die mir dieses eBook zur Verfügung gestellt hat.

Dienstag, 27. September 2011

"Wo ist die Leiche" von Jutta Siorpaes

176 Seiten
ISBN 9783850932554
Berenkamp-Verlag
Preis: 19,-€
gebundene Ausgabe



Wo ist die Leiche? Das ist so ziemlich die erste Frage, die der Herr Professor Holzer am Telefon stellt, wenn er angerufen wird. Als Gerichtsmediziner in Innsbruck wird er oft zum Fundort der Leiche gerufen, damit er vor Ort bereits die ersten Details in sich aufnehmen kann. Für die Zeit um 1965 geht er dabei schon sehr gründlich vor. Viele Fotos nimmt er auf, damit ihm die Kleinigkeiten nicht entwischen, die er auf den ersten Blick vielleicht nicht wahrnimmt. Sein Assistent Kirchbichler unterstützt ihn dabei soweit wie möglich, denn der Herr Professor ist recht eigensinnig, was seine Arbeit und sein Vorgehen betrifft.
So auch diesmal: Er wird in's Tiroler Unterland gerufen, um den unerwarteten Tod der Gastwirtin Maria zu untersuchen. Der ortsansässige Doktor ist sich in seiner Diagnose nicht sicher, denn mit 38 zu sterben, ist schon recht ungewöhnlich.

Meine Meinung

Also ehrlich, ich habe dieses Buch genossen. Es handelt in den 60er Jahren, in der alles noch etwas ruhiger zuging. Ohne Computer, ohne Handy, ohne großartigen Schnickschnack geht Professor Holzer zur Sache, und aufgrund seiner langjährigen Erfahrung hat er viele Ideen und Sichtweisen, die ihn letztendlich an sein Ziel bringen.
Die Autorin Siorpaes hat gründlich recherchiert und läßt so einen tiefen Einblick in das Leben und Wirken Holzers zu. So erfährt man auch etwas über seinen beruflichen Werdegang und kann sich ein rundes Bild über ihn machen.
Insgesamt ist das Buch einfach zu lesen, die Geschehnisse interessant beschrieben und die Personen glaubhaft dargestellt. Durch die Einblicke in die gerichtsmedizinischen Tätigkeiten werden entsprechend viele Details vermittelt, ohne dass das Gesamtbild überladen wirkt.

Unterm Strich

Ein fiktiver Kriminalfall, der mit dem wahren Handeln des Professor Holzer interessant dargestellt und gelöst wird. Dafür vergebe ich gerne 5 Sternthaler.


Die Autorin
Geboren in Weissenburg/Bayern; Studium an der Universität Innsbruck; Sprechausbildung am Tiroler Landestheater, Drehbuchkurse in Innsbruck, Wien, Berlin; promovierte Historikerin und Journalistin; lebt mit ihrem Ehemann und ihren vier Kindern im Tiroler Unterland.BISHER BEI BERENKAMP ERSCHIENEN
Als die Welt in Bewegung geriet
Wo ist die Leiche? Professor Holzer, Gerichtsmedizin Fall 1

Homepage: http://www.siorpaes.net
Quelle: Berenkamp Verlag

Ich bedanke mich herzlich beim Berenkamp Verlag und bei Claudias Bücherregal, die mir dieses Rezensionexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Montag, 26. September 2011

Und noch mehr Nachschub

Diesmal sind es 4 Bücher, die in meinen Regalen Einzug gehalten haben.
Ich habe mich bei den Buchgesichtern angemeldet, und wurde prompt für ein Buch ausgelost.

Und so besitze ich nun "Silberlicht" von Laura Whitcomb als Taschenbuch.
Kurze Info:
Helen ist tot. Und doch ist es ihr nicht vergönnt, ins Himmelreich aufzusteigen. Als durchsichtiger Schatten einer einst wunderschönen Frau bleibt sie auf Erden gefangen. Niemand sieht sie und niemand kann sie berühren. Sie ist die stille Muse ihrer »Bewahrer«, allesamt Schriftsteller, denen sie die richtigen Worte einflüstert und die nie etwas von ihrer Existenz erfahren werden. Bis eines Tages ein Siebzehnjähriger ihr Leben verändert: Er blickt Helen direkt ins Gesicht und … er lächelt! Im Körper des Schülers steckt James, ebenfalls eine Lichtgestalt. Er ist fasziniert von Helens Schönheit, und vom ersten Augenblick an wissen die beiden, dass sie füreinander bestimmt sind. Nun müssen sie alles daransetzen, einen menschlichen Körper für Helen zu finden. Eine abenteuerliche Suche beginnt … Helen und James – das neue Traumpaar der übersinnlichen Welt!
Bei vorablesen wurde ich für folgendes Buch von Hallgrimur Helgason ausgelost
"Eine Frau bei 1000°"
Schon die Leseprobe läßt vermuten, dass die Dame Haare auf den Zähnen hat
Kurze Info:
»Ich lebe hier allein in einer Garage, zusammen mit einem Laptop und einer alten Handgranate. Es ist wahnsinnig gemütlich.« »Ich möchte einen Termin für eine Einäscherung buchen.« »Einen Termin buchen?« »Genau.« »Aha. Ja ... wie war noch mal der Name?« »Herbjörg María Björnsson.« »Hallo? Ich kann den Namen in der Liste nicht finden. Haben Sie den Antrag auf Einäscherung schon eingereicht?« »Nein, nein. Ich möchte einen Termin für mich buchen. Für mich selbst.« »Naja, wir bearbeiten ihn nicht, bevor ... na, Sie wissen schon ... also bevor, äh ..., bevor die Leute tot sind, okay?« »Gut. Wenn es so weit ist, werde ich tot sein. Darauf können Sie sich verlassen. Also, wenn’s eng wird, komme ich einfach vorbei, und ihr schiebt mich lebend in den Ofen.«

Nicole Oberdanner vom Haymonverlag hat mir ein neues Buch zugeschickt, es handelt sich um "Jemand anders" von Franz Kabelka.
Kurze Info:
Was haben die beiden Toten Otto Bell und Johannes Reichert gemeinsam, außer dass sie innerhalb eines Monats während des Trainings in einem Fitness-Center tragisch verunglückten? Und was haben die Sprachmemos auf dem verloren geglaubten Handy zu bedeuten? Edgar, ehemaliger Franziskanerpater und nunmehriger Betreiber des Fitness-Studios, bereiten die Todesfälle Kopfzerbrechen – buchstäblich, denn in einer stürmischen Nacht stürzt Edgar und erleidet ein Schädel-Hirn-Trauma. Nun kann er sich ausgerechnet an die Zeit, in der die zwei Unfälle passierten, nicht mehr erinnern. Erst langsam schließen sich die Lücken in seinem Kopf wieder und er beginnt zu ahnen, dass die Antworten auf seine Fragen an seiner früheren Wirkungsstätte, dem Konvikt Rosenkranz, zu suchen sind. Nach drei Krimis rund um Chefinspektor Tone Hagen legt Franz Kabelka nun einen Kriminalroman der etwas anderen Sorte vor: Über gekonnt eingesetzte Perspektivenwechsel erzeugt der Autor von der ersten Seite an Hochspannung mit psychologischem Tiefgang. Aus Sicht der Protagonisten lässt er den Leser das Geschehen hautnah miterleben. Wer packende, tiefgründige Unterhaltung sucht, wird bei diesem Buch nicht enttäuscht werden.

Und dann hab ich getauscht: "Stirb" ist ausgezogen, dafür wohnt jetzt "Der fünfte Mörder" von Wolfgang Burger bei uns.
Kurze Info:
Das Gesicht des Bösen.
Beinahe wäre Kriminaloberrat Gerlach Opfer eines Bombenanschlags geworden: Vor seinen Augen explodiert der Geländewagen eines bulgarischen Zuhälters. Wenig später ereignen sich weitere rätselhafte Morde, und Gerlach kommt der Verdacht, es könne sich ein Bandenkrieg anbahnen. Als er zu ermitteln beginnt, wird er von oberster Stelle zurückgepfiffen. Ausgerechnet jetzt hat der Heidelberger Kripochef gute Gründe, sich ernsthafte Sorgen um seine pubertierenden Töchter zu machen, und zu allem Übel nimmt auch sein Liebesleben eine unvorhergesehene Wendung.

Zu guter Letzt hat mein eBook-Reader Futter erhalten. Evi vom Zwillingsleiden gab den Tipp, dass  Birgit Böckli ihr Werk "Sonnenthal" 50 Testlesern zur Verfügung stellen will, und so habe ich das Vergnügen,  dabei zu sein.

Kurze Info:
Sonnenthal – Ein Kurzthriller mit Horrorelementen
Sie nehmen dich auf, wenn du alt und gebrechlich bist. Sie sorgen für dich, wenn es sonst niemand tut. In Haus Sonnenthal kannst du deinen Lebensabend genießen. Wenn dir hin und wieder etwas seltsam vorkommt, schau einfach in eine andere Richtung und denke nicht weiter darüber nach. Du kannst ein gutes Leben führen.
Nur eines darfst du niemals tun:
Stelle keine Fragen! Denn die Antworten könnten tödlich sein.

Ich gestehe, "Sonnenthal" hab ich mal schnell für zwischendurch gelesen, es waren kurzweilige 63 Seiten, die wie im Fluge verschlungen waren.

Leider hat sich mein freier Tag für heute schon wieder einmal erledigt, aber etwas Zeit zum Lesen habe ich dann wenigstens in der Straßenbahn auf dem Weg zum Dienst.
So ihr lieben, ich wünsche Euch einen schönen Tag, geniesst die Sonnen
Liebe Grüße, Eure Petra

Sonntag, 25. September 2011

So sieht mein Web aus

Hallo Ihr Lieben,

Beim Stöbern im großen WWW hab ich Webify Me entdeckt. Wenn man dort ein kleines Quiz mitmacht, bekommt man hinterher sein Web dargestellt. Und so sieht meines aus.


Klickt man auf der Originalseite dann auf die einzelnen Gegenstände, erfährt man deren Bedeutung. Wenn ihr auch mal mögt, klickt bitte hier und beantwortet die 20 teilweise recht putzigen Fragen. Ich bin gespannt, wie es bei euch so ausschaut.

Ansonsten hoffe ich mal, dass ihr das tolle Wetter heute geniessen durftet. Ich durfte . . . zumindest aus dem Stationsfenster während meines Spät- Dienstes. Ihr könnt den Blick von meinem Arbeitsplatz auch sehen, wenn ihr genau hier klickt.

So und nun muß ich Kleinigkeiten in Umschläge verpacken und morgen der Post mal wieder etwas Arbeit bescheren.

Liebe Grüße, Eure Petra

Freitag, 23. September 2011

Die Kleinigkeiten sind verlost...

Man gut, dass "nur" 6 Leute mitgemacht haben bei meiner kleinen Miniverlosung ohne Bücher. Hier könnt ihr nochmal schauen, was ihr verpaßt habt, wenn ihr nicht mitgemacht habt.

Also:
Liebe Sarah, Kathrin, Svenja, Lena, Anette und Sabrina: Ihr seid alle Gewinner. 

. . .  Konfetti - werf . . . Senf - an - die - Decke . . .

Ihr habt alle einen oder zwei Wünsche zur Auswahl angegeben, und es klappt. Jede von euch bekommt etwas von dem, was ihr euch gewünscht habt. Aber das wird nicht verraten, laßt euch also überraschen. Ich schicke die Sachen am Montag auf die Reise, da hab ich nämlich frei!!

Und nun einen entspannten Einklang auf' s Wochenende,
Liebe Grüße, Eure Petra

Mittwoch, 21. September 2011

"Für immer tot" von Bernhard Aichner

238 Seiten
ISBN 9783852188829
Haymonverlag
Preis: 12,95€
Taschenbuch

Wie kommt nur dieses Handy in sein Wohnzimmer? Max Broll hat keine Ahnung. Bis vor ein paar Momenten hat er mit seinem Freund Baroni diesen dämlichen Zombiefilm geschaut, auf einer riesigen Leinwand auf dem Friedhof. . . wie passend. Auf seinem Friedhof, denn Max ist Totengräber. Und nun dieses Handy. Baroni, dem ehemaligen Fußballstar, gehört es auch nicht. Kurzerhand probiert Max alle Kurzwahltasten aus - und hat plötzlich seine Stiefmutter am Telefon. Und was sie ihm erzählt, kann und will er zunächst nicht glauben. Tilda ist entführt worden, sie liegt in einer Holzkiste, versorgt mit 2 Getränkeflaschen und diesem verflixten Handy. Sie hat keine Ahnung, wo sie ist und wie lange schon. Aber eines weiß sie ganz sicher: Wer sie verschleppt hat: Leopold Wagner, der "Kindermacher"! Ihre Kollegen von der Kripo setzen alles daran, sie zu finden, doch das ist schwieriger als erwartet. Ein Handy zu orten ist nicht das Problem, doch der Radius von ca. 8 km ist einfach zu groß. Max ist sich sicher, dass sie es nicht schaffen werden.

Wer ist dieser Leopold Wagner? Er sitzt im Knast seit 18 Jahren, kann es also nicht gewesen sein, aber Tilda ist sich so sicher. . . Und so machen sich Max und Baroni auf die Suche.

Meine Meinung

Irgendwie fängt es blöd an mit diesem Film auf dem Friedhof. Aber genauso schnell schlägt die Geschichte um, und macht mir innerhalb weniger Seiten Gänsehaut. Die Vorstellung, lebendig begraben zusein, ist der blanke Horror. Nicht zu wissen, wie lange der Akku vom Handy noch hält, keine Ahnung, wo gesucht werden soll. Herr Aichner schaffte es, mich dermassen an dieses Buch zu fesseln, dass ich es kaum beiseite legen mochte.
Ziemlich schnell hatte ich die eine oder andere Vermutung, die sich dann auch zügig bestätigte. Das ist aber überhaupt kein Problem gewesen, vielmehr war es sehr spannend zu lesen, wie es weiter geht. Es entwickelt sich eine Art psychologischer Kriegsführung, in der mal die eine, mal die andere Front dominiert. Passend dazu gibt es einige etwas langatmig erscheinende Dialoge. Und zwischendurch fragt man sich als Leser immer wieder, was denn jetzt noch kommen mag. Die Sicherheit, dass es nun doch endlich bald geschafft ist, ist sehr trügerisch, nicht nur für alle Beteiligten, sondern auch für den Leser.

Unterm Strich

Ein Krimi, der mich gepackt und überzeugt hat. Dabei geht es nicht hauptsächlich darum, wer, sondern mehr um das Wie. Dafür vergebe ich gerne 5 Sternthaler.


Der Autor
Bernhard Aichner, geboren 1972, lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck. Mehrere Literaturpreise und -stipendien. Zahlreiche Theaterstücke, Hörspiele sowie Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. Zuletzt erschienen im Skarabæus Verlag die Romane Das Nötigste über das Glück (2004), Nur Blau (2006) und Schnee kommt (2009) sowie der Text-Bild-Band A. Hofer (zus. mit Ursula Aichner, 2009). Bei HAYMONtb erschien 2010 der erste Max-Broll-Krimi Die Schöne und der Tod.
Quelle: Haymonverlag

Vielen Dank an den Haymonverlag und Nicole Oberdanner, die mir dieses Rezensionexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Dienstag, 20. September 2011

"Drift" von Michel Bozikovic

319 Seiten
ISBN 9783608502114
Klett-Cotta Verlag Tropen
Preis: 19,95€
gebundene Ausgabe
hier gehts zur > Leseprobe <


Drift- Julien, 19 Jahre alt, hat das Auto seiner Eltern geklaut, will in den Krieg nach Kroatien. Drift- Martin, Journalist, Drogen, Alkohol. Drift- der Krieg ist grausam. Drift- die verlorene Liebe schmerzt. Drift- Selbstmord ist keine Lösung. Drift- wohin? Drift- warum?

Die Geschichte zweier Männer: Julien und Martin.
Julien fährt heimlich mit dem Wagen seiner Eltern nach Kroatien, er will dort an die Front, und es ist ihm egal, wenn er dabei selbst umkommt. Nach vielen Problemen und Umwegen trifft er auf einen Aufklärungstrupp und schließt sich ihm an. Julien ist ein Naturtalent, er trifft alles, auf was er auch zielt. In seiner Gruppe lernt er Marina kennen, und weiß, sie ist seine große Liebe. Doch zum Lieben bleibt keine Zeit. . .

Martin ist Journalist. Er lebt mit Helena zusammen, doch die schmeißt ihn raus, weil er einfach nicht vom Alkohol und den Drogen lassen kann. Ein Buch will er schreiben über den Krieg, denn er hat Julien kennen gelernt und ihn interviewt. Doch er steht sich selbst im Weg und seine Alkohol- und Drogeneskapaden ändern auch nichts an der Sichtweise.

Meine Meinung

Es war nicht einfach, dieses Buch zu lesen, es zu greifen, zu begreifen. Und es ist nicht einfach, darüber nun etwas zu schreiben. Zwei Männer- zwei Geschichten, zwei so grundverschieden erzählte Leben.
Die Geschichte um Julien ist hart, anonym, unpersönlich. Es ist schwer, einen Draht zu ihm zu finden, zu groß ist die Distanz zu ihm. Und es dauert, bis der Kontakt zustande kommt. Anfänglich hatte ich das Bedürfnis, Juliens Seiten schnell wegzulesen, wegzuwischen.

Mit Martins Geschichte kam ich zu Beginn besser zurecht, sein Leben hatte Farbe, Leben, Dynamik, einen "normalen" Alltag. Er ist einem näher, er könnte mein Nachbar sein. Und beim Lesen wünschte ich mir, mehr von ihm zu erfahren.
Im Verlauf änderte sich das aber, Martin wurde mir zusehend unsympathischer, seine Geschichte verschwimmt immer mehr, es gibt keine Chronologie darin. Die Orts- und Zeitwechsel verwirren, und ich verlor leider nach und nach den Überblick. Fast hatte ich den Eindruck, dass seine Drogen mir das Gefühl nahmen.

Bei Julien dagegen geriet immer mehr Bewegung in die Geschichte. Immernoch anonym, aber inzwischen lebendiger, mitfühlender. Durch die vielen, schrecklichen Ereignisse, die ihm und seinem Trupp geschehen, wird das Ganze emotionsgeladen, es zieht einen mit sich, der Krieg kommt dem Leser immer näher. Man hat als Leser das Gefühl, mit ihm im Graben zu liegen, den Geruch der feuchten Erde in der Nase, die Stille im Wald, das Warten.

Unterm Strich

Es ist ein gutes Buch, ohne jede Frage. Es schönt nichts, am Krieg gibt es nunmal nichts schönes. Es ist ein hartes Buch. Und es regt sehr zum Nachdenken an. Ein Buch, das auch nach dem Ende nicht wirklich endet. Es wird nicht jedem gefallen, aber das muß es auch nicht. Der Krieg gefällt auch nicht. . .
Dafür vergebe ich 4 Sternthaler



Der Autor

Michel Bozikovic wurde 1971 in Zürich geboren. Nach Abschluß der Wirtschaftsmatura studierte er Philosophie, Politologie und Publizistik in Konstanz und Zürich und absolvierte 2006-2008 das Executive MBA Nachdiplomstudium an der Universität Zürich und der Yale University.
Als Gymnasiast war Michel Bozikovic mit Kamera, Notizbuch und Moped als rasender Reporter für eine Lokalzeitung unterwegs, während des Studiums arbeitete er als Werbetexter und Barkeeper und war seitdem als Texter, Journalist, Musiker, Musikproduzent, Skriptdoktor, Verlagsleiter, Übersetzer und Skipper tätig. Mit seinem Debutroman DRIFT, der im August 2011 im Verlagshaus Klett-Cotta erschienen ist, kehrt er zu seinem Jugendtraum, der Schriftstellerei, zurück.
Michel Bozikovic ist schweiz-kroatischer Doppelbürger, er lebt und arbeitet in Zürich.
Quelle: Agentur Grisebach.ch
Vielen Dank an blogg dein Buch und den Klett-Cotta Verlag, der mir dieses Buch zur Verfügung gestellt hat.
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