Sonntag, 19. Februar 2012

"Herr Leben, die Rechnung bitte" von Sarah Eder

277 Seiten
ISBN 9783942384029
epidu-Verlag
Preis: 11,90€
Taschenbuch


Hannah mit "H" am Ende lebt in Salzburg und studiert Linguistik. Als sie Felix kennen lernt, hat sie das Gefühl, so glücklich wie noch nie zu sein. Allerdings ist klar, dass Felix bald weit weg sein wird, in Portugal. Egal, für Hannah zählt nur das hier und jetzt und diese wunderbaren blauen Augen. Allerdings ist sie sich ziemlich unsicher, wenn sie darüber nachdenkt, wie ihr Leben weitergehen soll.

Immer wieder rennt sie zu ihrer Psychotherapeutin, aber irgendwie nutzt das auch nichts. Und dann ist Felix weg- und ihre Psychotherapeutin auch. Futsch- weg- aus- vorbei.
Hannahs Welt bricht zusammen. An wem soll sie sich nun ausheulen? Zum Glück gibt es einen neuen Psychologen: Herr Leben. Und der hat eine gute Idee: Er teilt Hannahs Probleme ein in Schachteln mit den Titeln Wut, Angst, Glück und Lebenswert. Hannah soll sie füllen mit ihren Gedanken und Problemen, aber auch mit Hoffnung.

Meine Meinung

Also mal ehrlich, kennt ihr jemanden, der alles und jeden totquatschen kann?

So eine ist Hannah. Sie redet und quatscht und schwafelt und zerredet alles, was ihr in den Kopf kommt. Das ist leider so nervig, dass Hannah mir ziemlich schnell total unsympathisch war. Am liebsten hätte ich ihr mal den Mund zugehalten, für eine Woche oder so.

Aber die quatscht und quatscht und quatscht weiter.
Und sie quatscht mit und über Felix und Leo und Tim und Anne und Mole. Echt ein Wunder, dass sie nicht einer von ihnen weggesperrt hat, ich hätte es getan. Zu allem Überfluss legt sie jedes Wort, jeden Satz ihres Gegenüber auf die Goldwaage, alles muss analysiert werden. Schrecklich.

In ihren Gedanken herrscht genau das gleiche Problem, niemand kann sie ansprechen, ohne gleich in Gedanken von ihr auseinander genommen zu werden. Hannah macht aus Ereignissen Probleme, wo vorher gar keine waren. Im Grunde genommen ist sie aber nur so, weil sie Angst davor hat, allein durchs Leben zu gehen. Darum hasst sie Ikea, weil da nichts für Singles angeboten wird. Sie hat einfach nicht den Mut, Dinge auf sich zukommen zu lassen, einfachmal abzuwarten. Nein, für Hannah gibt es das Wort Geduld und Hoffnung nicht.

Herr Leben schafft es zum Glück, wenn auch mühsam, ihre Probleme zu benennen und Hannah damit vertraut zu machen. Gott sei dank!
Insgesamt ein lautes Buch, laut und schnell. Aber zum Ende hin wird nicht nur Hannah, sondern damit auch das Buch ruhiger, leiser, angenehmer. 

Unterm Strich

Wenn man weiß, dass das Chaos sich lichtet, liest es sich gleich viel besser. Dafür dann doch noch 4 Sternthaler
 
Die Autorin
Sarah Eder, 1986 in Salzburg geboren, begann nach dem Abitur zunächst mit einem Anglistik-Studium, entdeckte dann aber ihre Leidenschaft für Linguistik. Kürzlich hat sie das Studium der Sprachwissenschaften in Salzburg abgeschlossen. Ihre Liebe zum Schreiben machte sich schon in der Schulzeit bemerkbar, insgeheim freute sie sich immer auf die Deutschschularbeiten. Auch neben dem Studium und der Arbeit in einem bekannten Salzburger Kino schrieb sie weiterhin gerne, wenn auch lange Zeit nur heimlich. Erst als sie zufällig auf EPIDU stieß, entschloss sie sich, ihren Roman den Lesern zu präsentieren. Von anderen Menschen gern gelesen zu werden ist für sie das schönste Kompliment. Herr Leben, die Rechnung bitte! wurde im August 2010 auf EPIDU veröffentlicht und eroberte die Herzen der Leser im Sturm. Man lernt beim Schreiben viel über sich und vom Leben lernt man das Schreiben. 
Quelle: Amazon.de

Ich bedanke mich herzlich bei Blogg dein Buch und den Epidu-Verlag, die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Interesse am Buch geweckt? Dann klickt bitte hier, um es zu kaufen.

Kommentare:

  1. Oh, ich glaube das wäre kein Buch für mich :-)

    Liebe Grüße,
    Sarah

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  2. Das jemand, der so ein Kopfmensch ist, irgendwann Probleme in seinem Leben bekommt, wundert mich nicht. Ich rede selbst relativ viel und denke noch mehr nach, ich glaube, da muss ich nicht auch noch ein Buch üer jemanden lesen, der dreimal so schlimm ist.

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  3. @Sarah
    da gibt es sicher lesenswertes für dich ;o)

    @Eule
    Haha, nein, dann lass das mal lieber :))

    LG eure Petra

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