Samstag, 31. August 2013

"Tanz auf Glas" von Ka Hancock

Drömer-Knaur-Verlag
524 Seiten
ISBN 9783426653227
Drömer-Knaur-Verlag
Preis:19,99€
gebundene Ausgabe


Die Houston-Schwestern Lili, Priss und Lucy leben in Brinley/ Connecticut. Hier sind sie aufgewachsen, hier sind ihre Eltern gestorben.
Lucy ist eine der 3 Schwestern. Sie und Mickey sind verheiratet. Es war Liebe auf den 1. Blick. Doch diese Liebe wird immer wieder auf den Prüfstand gelegt, denn beide sind krank. Mickey hat eine bipolare psychische Störung, er wandelt ständig auf dem sehr schmalen Grat zwischen Manie und Depressionen. Nur mit Hilfe von Medikamenten kann er zeitweise normal leben. Lucy dagegen ist vor 7 Jahren an Brustkrebs erkrankt, ein Erbe ihrer Mutter, die Lucy bis zum Ende zu hause versorgt hat. Diese Erkrankung sitzt ihr sozusagen ständig im Nacken.
Lucy und Mickey haben ihr Leben recht gut im Griff, doch als eine ihrer selbstauferlegten Regeln gebrochen wird, beginnt eine Zeit, in der nicht nur ihre Liebe auf eine harte Probe gestellt wird.

Meine Meinung

Das ist mal wieder so ein Buch, das ich zwischendurch mal beiseite legen musste, nicht, weil es mir nicht gefiel, sondern weil mir die Tränen die Sicht nahmen. Es ist unglaublich schön geschrieben, und so schrecklich traurig, aber gleichzeitig auch ganz wunderbar. Die Emotionen schwappen förmlich über, es gibt viele Stellen, die mich zum Lachen oder wenigstens zum Schmunzeln gebracht haben und im nächsten Moment lief mir die Nase und die Tränen kullerten.

Schaue ich mir Lucy an, sehe ich eine starke Persönlichkeit. Sie hat Durchsetzungsvermögen und eine enorme Willensstärke. Bei ihr gibt es kein Vielleicht, jedes Problem hat eine Lösung und davon lässt sie sich nicht abbringen.
Ihr Mann Mickey ergänzt sie wunderbar. Durch seine Erkrankung geht nur manchmal seine Energie mit ihm durch, und er kann nicht mehr unterscheiden zwischen Normalität und Wahnsinn, er entgleist sich förmlich selbst und kann nur im Krankenhaus wieder "entwirrt" werden. Für ihn ist es unfassbar, dass seine Frau Lucy ihn trotzdem liebt, nicht aus Mitleid, sondern um seinetwillen. Er ist ein guter "Schauspieler" und kann sich perfekt hinter seiner Psychose verstecken, und sie als Grund dafür nehmen, um sich nicht mit seinen Gefühlen beschäftigen zu müssen. Nur Lucy lässt ihm das nicht durchgehen.

Beide sind mir auf Anhieb sympathisch, vielleicht haben sie sogar einen kleinen Mitleidsbonus, denn das, was die beiden erleben müssen, geht wirklich an die Nieren.
Beim Lesen fragte ich mich oft, wie die Autorin das schreiben konnte? Ist es etwas, das sich so oder so ähnlich in ihrem Umfeld zugetragen hat? Ich hoffe nicht, denn allein die Geschichte ist kaum zu ertragen, wie tragisch müsste dann erst die Realität sein? Ja, natürlich erkranken tagtäglich Menschen an Krebs und anderen Krankheiten, aber nicht immer wird ihre Geschichte geschrieben.

Der Leser erfährt von Anfang an, wie Lucy und Mickey sich kennen gelernt haben und wie ihre gemeinsame Zeit verlief.
Die kursiv geschriebenen Anteil sind Mickeys Erzählung, der Rest ist Lucys Geschichte.

Ka Hancock hat hier ein Debüt vorgelegt, das sie nicht besser hätte schreiben können. es trifft den Leser mitten in's Herz und läßt ihn so schnell nicht wieder los.

Unterm Strich

6 Sternthaler ohne jegliche Einschränkungen und eine Empfehlung, dieses Buch zu lesen, auch wenn es weh tut.

Die Autorin
Ka Hancock, in Utah geboren, arbeitet als Krankenschwester und hat sich auf den Bereich der Psychiatrie spezialisiert. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Salt Lake City und hat vier erwachsene Kinder. "Tanz auf Glas" ist ihr Debütroman.
Quelle: Drömer-Knaur-Autorenseite

Vielen Dank an den Drömer-Knaur-Verlag und Vorablesen für dieses Leseexemplar.

Dienstag, 27. August 2013

"Schab nix gemacht" von Kai Lange

Drömer-Knaur-Verlag
251 Seiten
ISBN 9783426786215
Drömer-Knaur-Verlag
Preis: 8,99€
Taschenbuch


Kai Lange ist Lehrer an einer Hauptschule. Was er dort erlebt, erleben mit ihm tagtäglich viele Lehrer wie er. Er ist dort gerne Lehrer, das merkt man schon, wenn er berichtet, was seine Schüler ihm so alles hinterlassen haben... verbal.
Und mit ihrem Abgang von der Schule sind die oftmals besonderen Persönlichkeiten noch lange nicht aus seinem Gedächtnis entschwunden.

Meine Meinung

Ich finde ja, zum Lehrer muss man geboren sein. Das wird hier einmal mehr ganz deutlich. Mit äußerlicher Gelassenheit gewappnet, tritt er seinen Schülern entgegen. Viele von ihnen sind amtlich lerneingeschränkt, weil zum Beispiel "schwer erziehbar". Da finde ich es umso beeindruckender, denn das, was ich hier zu lesen bekam, bringt sicher auch so manchen Pädagogen auf die Palme. Das alles nicht persönlich zu nehmen und dabei seine Schützlinge trotzdem gerecht zu unterrichten und zu benoten, erfordert meines Erachtens doch sehr viel Selbstbeherrschung.
Obwohl es reichlich zu lachen gibt, ist es eigentlich ganz schön traurig, wie die Schüler sich miteinander und ihren Eltern und Lehrern gegenüber verhalten und was sie alles von sich geben. Von Wortschatz kann da eher nicht die Rede sein, vielleicht lieber Wortmüll.

Herr Lange berichtet das Ganze aus seiner Sicht und er erzählt so, wie es passiert ist, natürlich mit dem Verweis, dass die Namen nicht den Originalen entsprechen.

Unterm Strich

Vielen Dank an den Autor für diesen tiefen, mal lustigen, mal traurigen Einblick. Dafür vergebe ich 4 Sternthaler.

Der Autor

Kai Lange, geboren 1969 am Niederrhein, ist seit vielen Jahren als Deutsch- und Erdkundelehrer an Hauptschulen im Ruhrgebiet tätig. Die Schulrealität wollte es, dass er mittlerweile auch fast alle anderen Fächer unterrichtet. Um Mathematik kam er zum Glück aller Beteiligten bis jetzt herum. Vier Tage in der Woche ist Kai Lange mit Leib und Seele Lehrer, am fünften Tag wäre er gerne Gärtner. Er hat zwei Kinder und lebt am Niederrhein.
Quelle: Drömer-Knaur-Autorenseite

Vielen Dank an den Drömer-Knaur-Verlag und Frau Dr. Esther von Bruchhausen für die Bereitstellung dieses Exemplars.

Sonntag, 25. August 2013

Ein Buch für Euch

Hallo Ihr Lieben,

bevor ich zum heutigen Spätdienst abzische, noch schnell mein heutiges Buch für Euch am Sonntag.

Diesmal habe ich mir "Wir sind doch Schwestern" von Anne Gesthysen ausgesucht.

Klickt hier, dann kommt Ihr zu Rezi.



Und wenn Ihr hier klickt, gibt es die Informationen, wie Ihr an das Buch kommen könnt, falls Ihr Interesse habt.


Das Buch ist gebunden, hat einen Schutzumschlag, es ist 1x gelesen und es ist ein unverkäuliches Arbeitsexemplar.

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Sonntag und mir nicht so viel Arbeit...

Liebe Grüße, Eure Petra

Dienstag, 20. August 2013

Krimifest in Hannover

Hallo Ihr Lieben,

Ich hab neulich Post von meiner Buchhandlung bekommen, in der die nächsten Termin für Lesungen stehen. Irgendwie habe ich letztes und vorletztes Jahr nicht so richtig mitbekommen, dass es hier ein Krimifest gab. Aber dieses Jahr hab ich es gesehn... und ich bin dabei.

Das Krimifest geht vom 17.09. bis zum 28.09. in und um Hannover und ich hab mir gerade eine Karte resevieren lassen für den Eroffnungsabend.



Die Eröffnungs-Lesung findet in der Pauluskirche statt und lesen wird unter anderem Nele Neuhaus... super!! Ich freu mich total!!!

Klickt mal hier, wenn Ihr auch eine der Lesungen näher ins Visier nehmen möchtet oder euch das Programm interessiert.

Coll finde ich, dass es da noch ein besonderes Schmankerl gibt. In unserer Strassenbahn gibt es am letzten Abend auch eine Lesung... naja eigentlich mehrere, aber dafür kann man die Karten nicht kaufen, sondern nur gewinnen... ich versuche es auf jeden Fall!

In dem oben genannten Zeitraum sind unter anderem auch Zoe Beck, Elisabeth Herrmann, Cornelia Kuhnert, Susanne Mischke, Arno Strobel und viele andere dabei!
Mal schauen, vielleicht kann ich mir noch eine 2. Lesung leisten

Ganz liebe Grüße, Eure Petra

Montag, 19. August 2013

Und gewonnen hat...

So Ihr Lieben,

gestern war der letzte Tag, um das Buch "Schab nix gemacht" zu ergattern, wenn Ihr ein Erlebnis oder Ereignis aus Eurer oder eurer Kinder Schulzeit zu erzählen wußtet. Insgesamt haben sich 8 Büchersüchtige gemeldet, 7 hier auf dem neuen und Fannie auf dem alten Blog.


Jetzt mußte ich natürlich heute nachmittag warten, bis mein Schulkind endlich daheim war, ausgerechnet heute Schule bis um 16.00 Uhr...

Aber sie wollte so gerne die Losfee sein, also mußte ich Geduld haben.

Ach ja, da ich mein eigenes Buch selbst gerade schon gelesen habe, stelle ich es noch mit zur Verfügung, sodass sich heute 3 von Euch darauf freuen dürfen.

Die Teilnehmer haben wir alle auf kleine Zettel geschrieben, ordentlich gefaltet und in eine Schale gegeben, kräftig gemischt und dann 3x zugegriffen.

Und so dürfen sich auf "Schab nix gemacht" von Kai Lange folgende Glückskinder freuen:

Taatatatatadadaaaaaaaaaaaaaaa......
 
*****  

  
***  Diebecca   ***


*****


***   Bastelmaus Ile   ***


*****


***   Claudia   ***


*****

Schickt mir bitte bis Donnerstag Eure Adressen, damit ich die Bücher versenden kann!

Von hier aus ganz herzlichen Dank an den Drömer-Knaur-Verlag und Dr. Esther von Bruchhausen für die Bereitstellung der zu gewinnenden Bücher!!

Und die anderen sollen nicht traurig sein, es gibt immer mal wieder eine Verlosung und außerdem ja jeden Sonntag die Chance auf das Sonntagsbuch.

Liebe Grüße, Eure Petra

Sonntag, 18. August 2013

Ein Buch für Euch

Guten Morgen Ihr Lieben

Schwupps ist meine erste Arbeitswoche schon wieder vorbei. Es ist Sonntag, also Zeit für das nächste Buch für Euch. Diesmal ist es

"Als der Regen kam" von Urs Augstburger. 


Es ist eine gebundene Ausgabe, hat aber keinen Schutzumschlag. So wie alle anderen ist es gelesen, der Schnitt hat leider ein paar kleine Flecken und es ist ein Leseexemplar.

Wenn Ihr hier klickt, findet Ihr meine Rezi dazu.

Und klickt Ihr hier, kommt Ihr zu den Regeln, falls Ihr das Buch haben möchtet.

Und nun wünsche ich Euch einen schönen Sonntag
Liebe Grüße, Eure Petra

Freitag, 16. August 2013

Der Alltag hat mich wieder

Hallo Ihr Lieben,
der Urlaub ist vorbei, die Hitze zum Glück ja auch.

Letzten Samstag wurde mein Patenkind in Hattorf am Harz eingeschult, letzten Sonntag habe ich nochmal die Ruhe vor dem Sturm genossen und nun bin ich schon wieder mittendrin.


Das heißt auch, dass jetzt auf jedem Hin- und Heimweg in Bus und Bahn gelesen wird. Gerade habe ich "Schab nix gemacht" beendet.

Da weise ich nochmal eben auf das kleine Gewinnspiel zu diesem Buch hin, Ihr habt noch Zeit bis Sonntag.

Klickt hier, wenn Ihr noch mitmachen möchtet.

Und jetzt habe ich mir gerade "Die Arena" von King aus dem Regal geschnappt, paßend zur Challenge von Friedelchen kann ich damit gleich mal loslegen. 

Also dann, schönen Wochenendeinklang
Eure Petra

Sonntag, 11. August 2013

Stephen King Challenge, die 2.

Ja ich versuch es nochmal.

Friedelchen von Friedelchens Bücherstube hat aufgerufen zur Stephen King Challenge. ich hab es letztes Jahr schon mal versucht, hat aber nicht geklappt.
Darum nun also der 2. Versuch, denn Mr. King ist immer noch mein absoluter Lieblingsautor, eines meiner Regale ist fast nur mit seinen Bücher gefüllt...

In der zeit vom 15.08.2013 bis zum 15.08.2014 werde ich versuchen, mindestens 6 seiner Bücher zu lesen


 Hier findet ihr ihre Rahmenbedingungen:  *Klick*

Also dann auf eine gute Challenge!

Liebe Grüße, Eure Petra

Ein Buch für Euch

Hallo Ihr Lieben,

heute ist mein letzter Urlaubssonntag, morgen geht es wieder rund...

Sonntag, also wieder Zeit für ein Buch für einen von Euch, der es haben möchte.

Diesmal habe ich mir 

 "Letzter Kirtag" von Herbert Dutzler 

ausgesucht. Es ist der erste Krimi-Band, mittlerweile gibt es zwei weitere mit dem kauzigen Gasperlmaier.
Hier kommt ihr zu meiner Rezi dazu.

Und wenn Ihr hier klickt, könnt Ihr Euch die Spielregeln anschauen, falls Ihr mitmachen möchtet.

Ich hab es einmal gelesen, seitdem stand es im Regal. Der Schnitt ist etwas vergilbt, aber sonst ist alles ok

Und nun noch einen schönen Sonntag
Liebe Grüße, Eure Petra

Donnerstag, 8. August 2013

Heut fängt bei uns die Schule wieder an...

... und pünktlich dazu habe ich mir erlaubt, ein kleines Gewinnspiel zu starten!

Dazu hat der Drömer-Knaur-Verlag mir freundlicherweise 2 Exemplare des Buches:

"Schabe nix gemacht" von Kai Lange zur Verfügung gestellt. Vielen Dank nochmal dafür!


Information
Obwohl die Schüler sein Nervenkostüm oft sehr strapazieren, gibt es für Kai Lange keinen schöneren Beruf, als Lehrer zu sein. Zwar gilt es, nicht zu verzweifeln, wenn man jede Pause erneut herausfinden soll, wer denn nun zuerst »Hurensohn« gesagt hat. Oder wenn Schüler Akin nach vier Jahren Englischunterricht immer noch glaubt, "I would" heiße auf Deutsch "Ich bin wötend". Aber Kai Lange nimmt seinen Job mit Humor. Seit Jahren notiert er sich die ebenso aberwitzigen wie lustigen Geschichten, die er tagtäglich erlebt. So schafft er es nicht nur, im Chaos des Alltags einen kühlen Kopf zu bewahren, sondern auch, seinen Schülern tatsächlich etwas beizubringen.
Quelle: Drömer-Knaur

Und Ihr könnt eines davon gewinnt, wenn Ihr mir erzählt, was Ihr oder Eure Kinder in der Schule mal lustiges angestellt haben oder eine Eurer Stilblüten oder so etwas in der Art.

Schreibt einen Kommentar unter diesen Post, und schickt bitte den gleichen an meine Mail-Adresse, die ihr im Impressum findet.
Mitmachen kann jeder, der mir auf meinem alten oder dem neuen Blog folgt, oder bei Google oder Bloglovin oder Facebook oder Twitter oder oder oder.

Denkt bitte an die Nettikette, besonders in der Mail, da gibt es ja manchmal wahre Holzklötze unter denen, die sich über die Blogs schleichen und die nur mitmachen, um zu gewinnen, bloß kein persönliches Wort uuuuhhhh... sorry.

Eure Anschrift benötige ich noch nicht, erst, wenn ich die Gewinner ermittelt habe, das reicht mir völlig aus.
Ihr habt Zeit bis zum 18.08.2013 um 22.41 Uhr.

Und nun los, ran an die Tasten

Liebe Grüße, Eure Petra

Dienstag, 6. August 2013

"Verlust und Erfüllung -Ein Bild vom alten Gringo-" von Tilmann Weysser

161 Seiten auf meinem Trekstor
ISBN 9781471752421 (Taschenbuch)
Preis: ?
Ebook


Im Jahr 1945 wird der Industrielle Wilhelm Bornwart in Frankfurt in seiner Villa erschossen. Zurück bleibt nur ein brauner Koffer.
1985 taucht dieser Koffer beim Ausräumen des Dachbodens wieder auf, denn die Villa soll verkauft werden. Eva, die Enkelin der Besitzerin Maria Bornwart, kümmert sich gemeinsam mit ihrem Cousin, ihrem Bruder und ihren Freunden darum, dass die Villa ausgeräumt wird, und manches kann sicher noch zu Geld gemacht werden.
Unter anderem finden sie auch Uniformen aus der Zeit des 2. Weltkrieges und ihnen wird klar, dass ihre Familie damals auch mit den Nazis zu tun hatte.
Im Koffer finden sich neben vielen Papieren auch persönliche Briefe, geschrieben von Georg Drache an eine Anna Brandt.
Vielleicht kann Eva's Großmutter Maria etwas dazu sagen, doch sie ist dement und die Chancen sind nicht sehr groß.
So entwickelt sich langsam eine Geschichte aus alter Zeit, die bis in die heutige Zeit reicht.

Meine Meinung

Wenn es um Erzählungen aus den 40'ern geht, sind sie nicht immer nur gut. Nicht selten suchen sich Menschen, die sich zu Kriegszeiten verloren haben, warum auch immer. So ist es auch hier. Anna und Georg, die sich schon seit ihrer Kindheit kennen, sind verliebt, doch ihr Zusammensein würde niemals geduldet werden. Der Autor lässt hier ihre Geschichte wachsen, führt den Leser durch alte und neue Zeiten und lässt so zwei Geschichten langsam zu einer verschmelzen.

Dabei gibt es viele Irrungen und Wirrungen, weil mir die Vielzahl der Namen irgendwann den Überblick nahmen. das machte das Lesen leider recht kompliziert und anstrengend. Die Anteile aus der Kriegs- und Nachkriegszeit konnten mich durchaus fesseln, eine Mischung aus Liebesgeschichte und Krimi, die Anteile aus der Jetzt-Zeit hingegen waren mir häufig zu langatmig und erschienen mir häufig unnötig. Auch hier ergaben sich kriminalistische Bereiche, aber auch noch mehr Namen und somit noch mehr Verwirrung.

Der Schreibstil hingegen hat mir gut gefallen, er ist flüssig und unkompliziert. Die Kapitel sind abwechselnd mal im Damals und im Jetzt.

Unterm Strich

Zu viele Namen und Personen machen das Ganze sehr unübersichtlich und zu lang, schade. Für die durchaus interessante Geschichte mit Open-End vergebe ich 4 Sternthaler,.

Der Autor
Pseudonym eines deutschen Autors, Jahrgang 1970, wohnhaft in Buenos Aires und Köln, schreibt seit vielen Jahren Kurzgeschichten, Verlust & Erfüllung ist die erste Veröffentlichung im Selbstverlag
Quelle: Autoren @Leipzig Award

Vielen Dank an Tilmann Weysser für dieses Ebook.

Sonntag, 4. August 2013

"Der Sammler" von Evelyn Grill

Haymon-Verlag
208 Seiten
ISBN 9783852188324
Haymon-Verlag
Preis: 9,95€
Taschenbuch


Alfred Irgang ist Einzelgänger. Er lebt allein in seiner Wohnung und hat doch keinen Platz. Sein Schlafplatz ist ein Sessel... wenn er ihn denn erreichen kann. Denn Alfred ist ein Messie. Er sammelt, was die anderen bewusst oder unbewusst wegwerfen. Um all seine Schätze unterzubringen, hat er, in der Stadt verteilt, Kellerräume angemietet. Am Geld dafür soll es nicht mangeln.

Kommt man in seine Wohnung, weiß man nicht, was einen zuerst sprachlos macht: Der Gestank oder die Berge von Müll. Alte Zeitungen, durchnummerierte Joghurtbecher, die von Sonntags in rot beschriftet, Gebisse, Wäsche, ein altes Damenmieder wirkt wie ein Stillleben. In der Küche werden die toten Kakerlaken liebevoll in Streichholzschachteln bestattet. Es kann nur noch durch ein Fenster ein wenig Tageslicht in die Wohnung eindringen, Wände sind verschwunden hinter neuen Wänden, gestapelt aus Pappschachteln. Eine alte, zungenlose Frau hilft ihm bei seinen Streifzügen durch die Stadt, und verteilt seine Schätze gegen Bares in seine Kellerräume.

Es gibt nur eine kleine Gruppe von Menschen, mit denen er sich regelmäßig trifft.
Sie sind Studierte, eine Schriftstellerin, die seine Geschichte gern festhalten möchte, eine Sozialpädagogin, ein Philosoph und Historiker und ein Angelist.
Gern möchten sie Alfred helfen, ihn gesellschaftsfähig machen, ihn in ihre Schiene stecken, damit alles passt.
Als Alfred wegen einer schweren Infektion in's Krankenhaus muss, schreiten sie zur Tat und tun ihm das Schlimmste an, was ihm passieren konnte.

Meine Meinung

Schon Berichte im Fernsehen über Messies haben mich von jeher interessiert. Nicht diese Doku-Soaps bei den Privaten, eher die eine oder andere Dokumentation bei den Öffentlichen.
Und auch auf dieses Buch hatte ich mich schon gefreut. Leider wurde meine Begeisterung erstmal ordentlich eingebremst, denn das Buch beginnt nicht mit Alfred, sondern den Personen, mit denen er sich regelmässig trifft. Ihre Gespräche erreichten mich so überhaupt nicht, sie langweilten mich eher.
Es ging zwar schon um Alfred, aber es war mir einfach zu viel an unnötigen Informationen. Hochtrabende Fachsimpelei, nein Danke, ohne mich.

Erst nach ca. 25 Seiten wurde es für mich interessant. Sie zeigen Alfred auf seinen Sammelwegen, mit seinen Fundstücken und seinen Gedanken, auch viel aus seiner Kindheit und als Jugendlicher. Schon früh begann er mit dem Sammeln, sortieren, ordnen, was ihn bald zum Einzelgänger machte.
Dieser Werdegang hat mich gefesselt, mir gezeigt, wie lang sein Problem schon bestand, wie es langsam gewachsen ist.

Seine Ignoranz dabei, und sich seinen Willen zu erhalten, das "Nicht sehen wollen", wie er sich mehr und mehr einigelte, ist erschreckend. Alle Versuche, ihn aus dieser Situation herauszuholen, scheitern, weil er nicht will. Das wird natürlich nicht akzeptiert, man will ihm mit aller Gewalt den Willen der Gesellschaft aufzwingen. Ich hatte schon beim Lesen die Befürchtung, dass es den "Helfenden" in erster Linie um ihr eigenes Gewissen ging, Hauptsache sie hätten alles getan, egal, wie es dabei Alfred geht. Er müsste doch einsehen, dass es so viel besser ist. Seinen entsetzlichen Schmerz dabei können sie nicht verstehen, sie haben es doch nur gut gemeint.

Unterm Strich

Die immerwiederkehrenden Treffen waren mir zu lang und zu hochtrabend, das hat mich regelrecht gestört. Die Anteile, in denen es allein um Alfred und seinen Sammelwahn ging hingegen habe ich förmlich verschlungen. Insgesamt vergebe ich 4 Sternthaler.


Die Autorin
Evelyn Grill, geboren 1942 in Garsten, lebt als freie Schriftstellerin in Freiburg im Breisgau. Mehrere Veröffentlichungen, u.a. die Romane Ins Ohr (2002), Winterquartier (2004) und Das römische Licht (2008). Ihr Roman Vanitas oder Hofstätters Begierden war für den Deutschen Buchpreis (2005) nominiert, für Der Sammler wurde sie mit dem Otto-Stoessl-Preis (2006) ausgezeichnet.
Quelle: Haymon Autorenseite
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...