Mittwoch, 29. Januar 2014

"Stoner" von John Williams

DTV-Verlag
349 Seiten
ISBN 9783423280150
DTV
Preis: 19,90€
gebundene Ausgabe


William Stoner wurde als Sohn einer Farmerfamilie im Jahr 1891 in den USA geboren. Aufgewachsen als Kind armer Eltern hat er schon früh begonnen, bei der Farmarbeit zu helfen. Als sein Vater erfährt, dass es an der Universität einen neuen Studiengang für Agrarwissenschaften gibt, ermöglicht er seinem Sohn zu studieren.
Um die Kosten abzudecken, lebt er bei Verwandten seiner Mutter, und arbeitet auf deren Farm nach den Lesungen.
Doch im Laufe des Studiums ändert sich sein Weg, er beginnt, sich mehr und mehr mit Literatur zu beschäftigen und beschließt letztendlich, sein Agrarstudium abzubrechen.
Von nun an bestimmt die englische Literatur und die Liebe zu den Büchern sein Leben bis zu seinem Tod 1956.

Meine Meinung

Ich gestehe, von diesem "Klassiker" hatte ich zuvor noch nichts gehört oder gelesen. So konnte ich ganz unvoreingenommen zum Buch greifen.
Es ist ein leises Buch, sanft und unauffällig wie sein Hauptprotagonist.
Beim Lesen merkte ich sofort, dass der Autor einer anderen Generation angehört. Sein Stil lässt sich ausgezeichnet lesen, so konnte ich mich gut in die Geschichte einfinden. Die Art, Personen und Situationen zu beschreiben, hat fast schon etwas poetisches an sich. Nichts klingt irgendwie abgedroschen oder kitschig, es fühlt sich eher "gehoben" an, feiner, nicht so grob.
Besonders aufgefallen ist mir, wie die Menschen aus dieser Zeit miteinander umgegangen sind, egal ob es sich dabei um Freunde untereinander oder das Umwerben einer Frau handelt. Stoner ist hier eher der schüchterne Typ, respektvolle Zurückhaltung steht an vorderster Stelle, man merkt ihm seine Herkunft an. Diese Zurückhaltung hält sich über den gesamten Verlauf, obwohl ich eigentlich in manchen Situationen erwartet hatte, dass er diese einmal ablegt und ordentlich auf den Tisch haut. Gründe gab es jedenfalls genug.
Insgesamt finde ich es eine gelungene Erzählung über das Leben und Sterben des William Stoner. Obwohl es keine Spannung oder großartigen Ereignisse gibt, hat es mich festgehalten in einer Zeit, in der die Uhren fühlbar langsamer ticken.
Das Cover spiegelt sehr gut wieder, was ich während des Lesens oft empfand: trotz Familie, Freunden und Kollegen war Stoner einsam, versteckte sich förmlich hinter seinen Büchern.

Unterm Strich

Das Leben ist, was es ist. Nicht immer spektakulär, aber für jeden auf seine Art besonders. Für diesen Einblick in eine andere Zeit und in ein interessantes Leben vergebe ich 5 Sternthaler.

Der Autor
John Williams wurde 1922 in Texas geboren. Trotz seiner Begabung brach er sein Studium ab. Widerstrebend beteiligte er sich an den Kriegsvorbereitungen der Amerikaner und wurde Mitglied des Army Air Corps. Während dieser Zeit entstand die Erstfassung seines ersten Romans, der später von einem kleinen Verlag publiziert wurde. Williams erlangte an der University of Denver seinen Master. 1954 kehrte er als Dozent an diese Universität zurück und lehrte dort bis zu seiner Emeritierung 1985. Er veröffentlichte zwei Gedichtbände und vier Romane, von denen einer mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde.John Williams starb 1994 in Fayetteville, Arkansas.
Quelle: DTV Autorenseite

Vielen Dank an Amazon-Vine und den DTV für dieses Exemplar.

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