Freitag, 14. Februar 2014

"Walpurgismord" von Helmut Exner

213 Seiten auf meinem Tolino
ISBN 9783943403053
EPV
Preis: 8,95€
Ebook, auch als Taschenbuch erhältlich


Lilly Höschen ( bitte nicht Hös-chen, sondern Hö-schen aussprechen, sonst rastet sie aus) ist 80 Jahre alt, aber immer noch fit für ihr Alter, nicht nur körperlich. Als ehemalige Oberstudienrätin in Clausthal-Zellerfeld kennt sie natürlich viele der Einwohner dieses Oberharzer Städtchens, obwohl sie selbst in Lautenthal lebt. Sie hat Haare auf den Zähnen und viele im Ort halten sie mindestens für eine Hexe.

Sogar der Richter, bei dem sie heute mitten in eine Verhandlung platzt, wird schon bei ihrem Anblick gleich total unsicher, schließlich hat sie auch ihn mal unterrichtet.
Dabei will sie doch nur eine Aussage machen, um dem Angeklagten ein Alibi zu verschaffen. Blöd nur, dass die Frau des Staatsanwalts auch etwas mit diesem Alibi zu tun hatte.
Und als diese ein paar Tage später tot auf der Bank in Lillys Garten sitzt, wird klar, dass hier etwas läuft, mit dessen Ausmaß Lilly nicht im geringsten gerechnet hatte.

Meine Meinung

Es ist schön, von Orten zu lesen, die man selbst ein wenig kennt, das macht das Ganze gleich heimeliger. Aber nun zum eigentlichen Geschehen.
Mit Lilly Höschen hat der Autor hier eine charakterstarke Persönlichkeit entstehen lassen, die es in sich hat. Im Grunde sicher herzensgut, aber als pensionierte Studienrätin auch im hohen Alter immer noch tadelnd und ermahnend unterwegs. Gut beschrieben hatte ich gleich ein passendes Bild vor Augen. Sie ist nicht unbedingt federführend bei diesem Krimi, aber sie taucht ständig und überall auf und mischt kräftig mit.

Die Grundlage dieses Krimis liegt schon weit zurück, bis ins Jahr 1962 in Bayern in einem kirchlichen Internat, in dem die Jungen von einem ihrer Lehrer missbraucht wurden.
Die Zusammenhänge zu einem Fall im Jahr 1990, bei dem die Eltern von Lillys Großneffen spurlos verschwanden und dem jetzigen Mord im Sommer 2010 zu entwirren, fällt nicht leicht, und das zufällige Wiedersehen mancher Internatsbewohner von früher wirkt mehr als nur zufällig.

Aber der Krimi ansich ist witzig und schräg, Ironie und Sarkasmus reichen sich häufig die Hand.
Der Verlauf ist teilweise recht überraschend, während sich die Spannung dabei im ständigen Auf und Ab bewegt.
Nebenbei lässt Exner immer wieder die Schönheit des Harzes in Szene setzen, die ich nur bestätigen kann.

Unterm Strich

Mit Lillys Charakter bekommt dieser Krimi seinen skurrilen Touch und ich bin gespannt auf mehr. 4 Sternthaler von mir dafür.

Der Autor
Mein Name ist Helmut Exner und ich wurde 1953 in Lautenthal im Harz geboren. Meine große Liebe ist das Schreiben.

Geschrieben habe ich schon immer, ohne dass mein Name groß in Erscheinung getreten ist. Mein erster Roman, »Die Frauen von Janowka«, eine Aufarbeitung meiner eigenen Familiengeschichte, kam 2010 heraus. Da ich die Buchbranche von Jugend an kenne und viele Autoren betreut habe, hätte ich es nie für möglich gehalten, so viel Resonanz zu bekommen. Es erreichen mich Zuschriften aus aller Welt von Menschen, die das Buch gelesen haben. Das hat dazu geführt, dass diese »wahre« Geschichte nun auch auf dem amerikanischen bzw. englischsprachigen Markt verfügbar ist. Nur: Bücher wie dieses kann man wohl im Leben nur einmal schreiben, weil es eine Herzensangelegenheit ist. Hier weiter lesen...
Quelle: Autoreninternetseite

Vielen Dank an Helmut Exner für dieses Ebook.

1 Kommentar:

  1. Haha, die Charakterbeschreibung von Frau Hö-schen ;-) ist echt urkomisch. Ich habe deinen Artikel gerade auf dem Handy gelesen und war erst verwirrt, ich dachte tatsächlich du beschreibst da die Autorin des Buches :-D "hat Haare auf den Zähnen" ist ja dann kein so großes Kompliment. Ich hatte vergessen, dass die Autoren bei dir immer am Schluss des Beitrags kommen *hihi.

    Danke für die schöne Rezension zu diesem mir (mal wieder) völlig unbekannten Buch! :-)
    Du hast mir meinen Morgen echt versüßt!
    Viele Grüße
    Alex

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...