Samstag, 5. April 2014

"Diskobushaltestellenhierarchie" von Erik Brandt-Höge

Drömer-Knaur-Verlag
303 Seiten
ISBN 9783426513910
Drömer-Knaur-Verlag
Preis: 12,99€
Taschenbuch


Berlin- hier eine Wohnung zu finden, das ist erstmal das wichtigste für Hannes Bloom.
Berlin- nicht zu vergleichen mit Lüttstedt, dem kleinen Dorf, knapp hinterm Deich. In Lüttstedt ist nichts los, da gibt es ja nicht mal eine Diskobushaltestelle. Die ist nämlich in Dibben, dem nächsten Ort.

Und wer nich aus Dibben is, hat inne Haltestelle nix zu suchen, nich ma bei Regn. Der darf sich daneben stellen und da warten, bis der Bus kommt.

Aber jetzt ist Hannes in Berlin, um seinen Zivildienst als Koch in einem Kindergarten abzuleisten. Berlin ist cool, hier ist immer etwas los, jede menge Clubs und Bars und Hannes ist 20 und hier allein.
In Lüttstedt kennt jeder jeden, und alle sind in die Disko "Paradise" gegangen, was anderes gibts da eben nicht, hinterm Deich.


Meine Meinung

Erik Brandt-Höge kommt selbst aus Norddeutschland, ihm ist das Landleben wohl nicht gänzlich unbekannt. Zumindest liest es sich so, als ob er sich auskennt. Er beschreibt das platte Landleben sehr gut, mit all seinen Macken, hier bleibt niemand unerkannt, niemand ist anonym. Die Dorfjugend hält zusammen, Dorf gegen Dorf.
Der Autor schreibt, wie die Dorfjugend spricht, nur keine überflüssigen Worte verschwenden. So sind auch seine Sätze, kurz und knapp schreibt er sich durch diese Geschichte.
Dabei findet sich der Leser mal in Lüttstedt, mal in Berlin wieder und erlebt so mit dem Hauptprotagonisten Stadt- und Landleben, aber auch Liebes- und Arbeitsleben.
Das Ganze gestaltet sich so recht abwechslungsreich und lässt damit keine Langeweile aufkommen. Die anfänglich zurückhaltende Art des Hannes macht nach und nach Platz  für den sicher auftretenden Hannes, diese Entwicklung gefällt mir gut. Nur sein berufliches Auftreten , nachdem er den Zivildienst beendet hat, ist mir etwas zu abgehoben im Verlauf, aber zum Glück kommt Hannes dann doch noch zurück auf den Boden der Tatsachen.
Insgesamt ein unterhaltsamer Spaß und sollte er jemals verfilmt werden, was ich mir hier sehr gut vorstellen kann, dann hätte ich gern Matthias Schweighöfer in der Rolle des Hannes Bloom.

Unterm Strich

Unterhaltsame Lektüre von der "Landmaus" zur "Stadtmaus". Dafür gute 5 Sternthaler.


Der Autor
Erik Brandt-Höge, geboren 1982 in Achim, wuchs im ländlichen Niedersachsen auf. Nach dem Abitur ging er nach Berlin, studierte dort Anglistik/Amerikanistik und in Potsdam Germanistik. Seit 2005 schreibt er als freier Autor für verschiedene Magazine über Musik, Film und Literatur. Seine Texte erscheinen u.a. im Rolling Stone, im Berliner Stadtmagazin Zitty, beim Mediendienst Teleschau, in der Süddeutschen Zeitung, auf jetzt.de und auf Zeit Online. 2013 zog er nach Hannover. "Diskobushaltestellenhierarchie" ist sein erster Roman.
Quelle: Drömer-Knaur-Autorenseite

Vielen Dank an Patricia Kessler vom Drömer-Knaur-Verlag, die mir dieses Buch zur Verfügung gestellt hat.

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