Mittwoch, 6. August 2014

"Der Zufall kann mich mal" von Martin Gülich

Thienemann-Verlag
190 Seiten
ISBN 9783522202084
Thienemann-Verlag
Preis: 12,99€
Taschenbuch

Ihr glaubt das bestimmt nicht, aber Lesen ist gefährlich. Naja zumindest, wenn man es mit Fahrradfahren kombiniert. Genauso war es nämlich, als mir dieser blöde Unfall passierte. Seitdem ist mein Bein steif und das ist richtig mistig.
Ach entschuldigt bitte, mein Name ist Tim und ich bin 14.
Lesen kann ich immer noch, aber mit dem Radfahren ist es vorbei und so ein Fahrrad für Behinderte, damit brauchen mir meine Eltern garnicht erst ankommen, so ein Teil fahre ich nicht, auf keinen Fall.

Manchmal nimmt Luca mich nach der Schule auf seinem Gepäckträger mit. Er geht in meine Klasse. Eigentlich bin ich gern mit ihm befreundet, aber ist in Jo verknallt, genau wie ich.
Und mein Freund Remo ist auch nicht mehr so richtig mein Freund. Seitdem seine Mutter von zuhause ausgezogen ist, macht er nur noch Mist. Vielleicht liegt es an seinem Vater, der immer öfter betrunken ist. Dabei ist er doch Arzt. Da muss man doch was tun, das kann doch nicht alles Zufall sein.

Meine Meinung

Als 14-jähriger hat man es schon nicht leicht, egal ob privat oder in der Schule. Kein Kind mehr, aber auch noch kein Erwachsener, einfach ein pubertierender Jugendlicher. Da gehen die Gedanken schon mal kreuz und quer.
Der Autor hat hier einen recht durchschnittlichen Jugendlichen erschaffen, der versucht, es allen recht zu machen. Er ist kein Draufgänger, kein Raufbold, aber auch kein Streber. Trotz seines Handicaps ist er bemüht, sich so unauffällig wie möglich zu verhalten, denn auffallen will er auf keinen Fall.

Oft empfinde ich ihn als unentschlossen. Zum Beispiel will er seinem Freund Remo helfen, traut sich aber nicht. Und so eine wirklich gute Idee haben die beiden auch nicht. Sich untereinander vertrauen, das ist gerade in diesem Alter von großer Wichtigkeit. Also kommt es überhaupt nicht gut an, wenn plötzlich die halbe Klasse Bescheid weiß, nur weil man allein nicht weiter weiß und einen anderen Freund um Rat fragt.
Schnell sind die Gemüter beleidigt, Freundschaften gehen auseinander, aber zum Glück meist genau so schnell wieder zusammen.
Naja und die erste große Liebe lässt in diesem Alter auch nicht lange auf sich warten.

Martin Gülich hat hier einige Probleme miteinander kombiniert und Tim hat ordentlich daran zu knabbern, alles wieder in Griff zu bekommen.
Einige Male tauchen dabei Reaktionen auf, die auch im wahren Leben so ablaufen. Ich kann das gerade gut nachvollziehen, denn hier lebt auch eine 14-Jährige, meine Tochter.
Martin Gülich bringt dabei die Gedanken, aber auch die Gespräche altersentsprechend gut rüber, vieles passt auf den Punkt.

Unterm Strich

Mit knapp 200 Seiten ist es auf jeden Fall für die entsprechende Altersgruppe gut geeignet. Irgendetwas ist immer los, und es werden aktuelle Probleme aufgegriffen, wie sie auch im wahren Alltag auftreten können. Und auch ich hatte meinen Spaß dabei, darum gibt es 4 Sternthaler.

Der Autor
Martin Gülich, geboren 1963, lebt und arbeitet als freier Schriftsteller in Stuttgart. Seit seinem Jugendroman-Debüt „Vorsaison“ (1999) sind neben einem Band mit Kurzprosa fünf weitere Romane von ihm erschienen, zuletzt „Was uns nicht gehört“ (2012, Nagel & Kimche, Zürich). Seine Bücher wurden in neun Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Thaddäus-Troll-Preis, dem Reinhold-Schneider-Förderpreis der Stadt Freiburg und dem Heinrich-Heine-Stipendium der Stadt Lüneburg.
Quelle: Thienemann Autorenseite

Vielen Dank an Blogg dein Buch und den Thienemann-Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

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