Dienstag, 2. September 2014

"Die Lügen der Anderen" von Mark Billingham

Atrium-Verlag
414 Seiten
ISBN 9783855350544
Atrium-Verlag
Preis: 19,99€
gebundene Ausgabe


Sie haben sich zufällig in Florida im Urlaub kennen gelernt. Drei Pärchen aus England, Sue und Ed, Marina und Dave, Angie und Barry. Sie haben alle ihre Probleme, aber jetzt im Urlaub ist einfach nur Zeit zum Entspannen. Leider wird das Urlaubsende eher unentspannt, denn direkt im Pelican Palms Resort, ihrer Hotelanlage, ist ein Mädchen verschwunden. Amber-Marie, so um die 13-14 Jahre alt, ist lernbehindert und macht hier mit ihrer Mutter ebenfalls Urlaub. Sie ist allen sehr zugewandt, und hat keine Scheu, jemanden anzusprechen.
Ihr Verschwinden reicht auf jeden Fall für genug Gesprächsstoff, um sich auch in England nach Urlaubsende mal zum Essen zu treffen.
Und es gibt natürlich Gelegenheit, sich näher kennen zu lernen, sich mal umzuschauen, sozusagen um sein Revier abzustecken. Frei nach dem Motto "Mein Auto, mein Haus, mein Pferd". Die einen haben eben mehr, die anderen weniger.
Da darf ruhig mal ein wenig übertrieben werden... oder gelogen, solche Bekanntschaften schlafen ja eh bald wieder ein.
Als bald darauf auch in Südengland ein lernbehindertes Mädchen verschwindet, werden die drei Paare von der Polizei näher unter die Lupe genommen.
Während Detective Gardner aus Florida sich weiterhin um den Fall Amber kümmert, lässt er sich eine britische Polizistin näher mit den ehemaligen Urlaubern beschäftigen.
Und so macht Jenny Quinlan, Ihres Zeichens Trainee Detective Constable, an's Werk, um die Paare als Zeugen zu befragen.

Meine Meinung

Es geht hier nicht in erster Linie um die Polizeiarbeit, wie das sonst eher der Fall ist. Nein, diesmal sind die drei Paare das Hauptthema. Wer hier blutige Szenen und widerwärtige Beschreibungen von Verbrechen erwartet, wird enttäuscht werden.
Vielmehr gibt es Geschichten, die das Leben schreibt.
Eigentlich sind es Menschen wie Du und ich. Sie gehen arbeiten, haben Hobbys, Vorlieben, Abneigungen, Geldsorgen und berufliche oder private Probleme. Der Autor lässt hier sechs Charaktere aufleben, die auch in meiner oder deiner Nachbarschaft leben könnten. Sie sind mir nur leider von Anfang an nicht sonderlich sympathisch und das hielt sich über die gesamte Lesestrecke. Ich finde sie recht kühl, niemand von ihnen ist irgendwie herzlich oder aufgeschlossen.
Und was für mich erschwerend hinzu kam, ich konnte mir die Paar-Konstellationen einfach nicht merken. Das hat meinen Lesefluss erheblich gestört, ich habe mir zum besseren Einfinden extra einen Zettel gemacht, wer mit wem zusammen gehört.
Keine Ahnung, ob es nur mir so ging, weil mir die Personen insgesamt einfach zu farblos waren. Alles wirkte so distanziert und anonym.
Aufgeteilt ist das Buch in 4 Hauptabschnitte, jeweils bestehend aus einem der Paare und dem dazugehörigen Dinner, zum die anderen eingeladen wurden. Einzelne Kapitel der Abschnitte handeln mal von den Ermittlungsarbeiten in Florida und England, mal gibt es ein anonymes Kaptitel über den Täter oder die Täterin, erzählt aus der Ich-Perspektive. Der Rest dreht sich allgemein um die Paare.
Die englische Polizistin Jenny fand ich, auch wenn sie noch in der Ausbildung ist, zeitweise einfach nur naiv und unprofessionell.

Unterm Strich

Die Story ist ok, aber sie hat mich jetzt nicht vom Hocker gehauen. Es wirkte einfach zu unspektakulär und zu gestellt. Darum gibt es nur 3 Sternthaler von mir.


Der Autor
Mark Billingham, 1961 in Birmingham geboren, ist einer der international erfolgreichsten englischen
Krimiautoren, seine Bücher erscheinen in über zwanzig Sprachen. Neben dem BCA-Award, dem Theakston’s Award für den besten Krimi des Jahres und Nominierungen für den Gold Dagger wurde Mark Billingham mit dem Sherlock Award für die beste Detektivfigur im britischen Kriminalroman ausgezeichnet. Mark Billingham lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern im Norden Londons und in Florida.
Quelle: Atrium-Autorenseite

Vielen Dank an den Atrium-Verlag für dieses Exemplar.

Kommentare:

  1. Ja, mir ging es ähnlich! Ich fand das Buch alles andere als einen Thriller und nicht richtig spannend. Außerdem wusste ich zum Schluss hin wer der Täter ist!
    LG Martina

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    1. Na man gut, dass es nicht nur mir so ging, manchmal zweifle ich schon an mir und meinem Eindruck und denke, hmm, bin ich zu oberflächlich oder zu pingelig? Danke dir für deine Meinung!
      Liebe Grüße, Petra

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