Freitag, 31. Januar 2014

"Segelfalter" von Andrea von Wilmowsky

Amazon
ca. 92 Seiten
ASIN B00A6WY8TG
Kindle
Preis: 3,99€
Kindle Ebook


Manchmal gibt es Dinge, die sind nicht zu erklären, nicht von dieser Welt, so wie in diesem Buch. Die Autorin berichtet aus ihrem Leben. Sie ist als Krankenschwester tätig gewesen und hatte dementsprechend oft sehr intensiven Kontakt mit ihren Patienten und dem Tod.
Dabei gab es manchmal ungewöhnliche Ereignisse, bei denen sie sich nicht sicher war, ob sie sie wirklich so erlebt hat. Es geht dabei zum Beispiel um Nahtod- und Nachtoderfahrungen oder das sogenannte Lazarusphänomen, von denen immer wieder berichtet wird.
Aber sie hatte auch Erlebnisse mit Lebenden, in diesem Fall ihrer großen Liebe Jan, mit dem sie förmlich auf einer Wellenlänge lag, die ihre "Antennen" so aufeinander ausgerichtet hatten, dass es schon beinahe unheimlich, trotzdem aber auch wunderbar für die beiden war. Und auch über den Tod hinaus gibt es immer wieder Zeichen von ihm.
Darüber wird hier berichtet.

Meine Meinung

Solch ein Thema birgt für mich immer eine geheime Faszination in sich. Ich selbst habe so etwas noch nie erlebt oder zumindest nicht wissentlich. Aber es ist auf jeden Fall interessant, sich damit einmal näher zu beschäftigen.
Die Autorin schreibt hier so, wie sie es erlebt hat. Es klingt manchmal recht sachlich, ist aber auf keinen Fall wissenschaftlicher Natur.
Ich finde, man merkt schon, dass hier keine professionelle Bücherschreiberin am Werk ist, aber genau das macht dieses Buch so glaubhaft.
Es sind beeindruckende Erfahrungen, die Andrea von Wilmowsky gemacht hat. Dafür muss man, glaube ich zumindest, aber auch empfänglich sein.

Unterm Strich

Danke, dass ich an diesen Erlebnissen teilhaben durfte. Eigene Erfahrungen so zu schreiben, dass sie nicht zu emotionsüberladen klingen, sondern glaubhaft bleiben, finde ich recht schwierig, aber hier ist es gut gelungen.
Von mir 4 Sternthaler.

Die Autorin
Ich heiße Andrea von Wilmowsky und wurde im Juli 1955 in Dresden geboren. Ich bin  verheiratet und lebe gemeinsam mit meinem Mann in der Nähe von München.
Fast ein Vierteljahrhundert habe ich als Fachschwester für Anästhesie und Intensiv-therapie auf Intensivstationen Ost- und Westdeutschlands gearbeitet und einige davon auch geleitet. Während dieser Zeit erlebte ich ihre Entwicklung der Intensivmedizin hautnah mit. Ich erlebte sowohl Segen als auch Fluch der modernen Intensivtherapie.   Während meines Arbeitsalltags beobachtete ich so manches, was die wissenschaftliche Medizin zum Tabu erklärt hat und was es eigentlich gar nicht geben dürfte:... hier weiter lesen
Quelle: Autoreninternetseite

Vielen Dank an Andrea von Wilmowsky, die mir ihr Ebook zur Verfügung gestellt hat.

Donnerstag, 30. Januar 2014

"Mit Zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung" von Valentina D'Urbano

DTV-Premium
275 Seiten
ISBN 9783423249997
DTV-Premium
Preis: 14,90€
Taschenbuch


La Fortezza - die Festung, so nennen die Bewohner einer italienischen Stadt hier ihr Viertel. Wer dort lebt, kommt nicht mehr raus aus diesem Viertel, will es vielleicht auch gar nicht. Beatrice lebt hier mit ihrer Familie und ihrem Bruder. Alfredo hat auch hier gelebt, eigentlich ein Stockwerk über ihnen. Aber seit seine Mutter tot und sein Vater nur noch betrunken ist und ihn und seine beiden Brüder anbrüllt und verprügelt, schlief er meist bei Beas Familie, am liebsten mit in ihrem Bett. Alle nannten sie die Zwillinge, weil man sie nur zusammen sah.
Als Bea ihn kennen lernte, war Alfredo 9 Jahre alt. Das war 1974. Jetzt haben wir 1987 und Alfredo ist tot.

Meine Meinung

Liest man den Klappentext, hat man absolut keinen Hinweis, worauf man sich hier letztendlich einlässt, bis auf die Beerdigung im Titel und die Erwähnung eines prügelnden Vaters.
Und auch nach den ersten Seiten ist das Gelesene irgendwie holperig und sprunghaft. Später wurde mir klar, warum, denn eigentlich ist der Beginn des Buches das Ende.

Die eigentliche Geschichte der beiden beginnt in ihrer Kindheit. dabei geht es ständig Auf und Ab, denn so sehr die beiden sich doch nerven und sich auf den berühmten Keks gehen, und Bea trotz seiner familiären Situation sehr eifersüchtig auf ihn ist, so sehr brauchen sie einander auch.
Die Autorin lässt die beiden meist sehr ruppig und mit rauhem Ton miteinander umgehen. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man mehr von der Umgebung erfährt, in der sie aufwachsen. Diebstahl, Alkohol und Drogen sind tägliches Geschehen, schwangere Teenager kein ungewohntes Bild.

Selten fällt ein liebes Wort, kaum eine Begebenheit endet nicht mit Streit und lautem Getobe. Und doch geht es nicht ohne einander.
Wer in dieser Gesellschaft lebt, bekommt selten eine Chance, ihr zu entfliehen. Keine Arbeit, kein Geld, keine Perspektive, der Stempel scheint auf der Stirn zu haften
Und so schlittert man als Leser in die Aussichtslosigkeit, und man muss "zusehen", wie die Lage entgleitet.

Wie um sich auf Distanz zu halten, um nur keine Emotionen zu zeigen, wird die Geschichte aus Beas Ich-Perspektive in knappen, kurzen Sätzen, fast schnippisch erzählt. Im Verlauf ändert sich das, es wird einfühlsamer, die Sätze wirken nicht mehr so abgehackt. Was bleibt, ist die direkte Art der Autorin, hier wird nichts zurückgehalten, nichts beschönigt.
Der Ausdruck der Hilflosigkeit, Verzweiflung und letztendlicher Aufgabe im letzten Drittel kommt sehr gut rüber, ist fast greifbar.

Unterm Strich

Der anfängliche spröde Eindruck konnte mich nicht davon abhalten, das Buch kaum aus der Hand zu legen. Es hat mich berührt, gefesselt und traurig gemacht. Aber vor allem hat es mir gefallen. Von mir 5 Sternthaler.


Die Autorin
Valentina D´ Urbano, geboren 1985, stammt aus Rom und wuchs in einem Viertel auf, das dem in ihrem Buch beschriebenen sehr ähnlich ist. Ihr in kürzester Zeit verfasster Roman Il rumore dei tuoi passi war ihr Beitrag für einen Schreibwettbewerb - Lo Scrittore, der Schriftsteller -, für den als erster Preis eine Buchveröffentlichung ausgeschrieben war. Sie gewann und der Verlag Longanesi veröffentlichte den Roman umgehend.
"Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung" ist ein Roman, der einer ganzen Generation eine Stimme geben wird: den Opfern jener korrupten, raffgierigen Machtelite, die das Land an den Abgrund gebracht hat. Es ist aber auch die Generation, die sich jetzt laut und beherzt zur Wehr setzt.
Quelle: DTV-Autorenseite

Vielen Dank an Vorablesen und den DTV für dieses Exemplar.

Mittwoch, 29. Januar 2014

"Stoner" von John Williams

DTV-Verlag
349 Seiten
ISBN 9783423280150
DTV
Preis: 19,90€
gebundene Ausgabe


William Stoner wurde als Sohn einer Farmerfamilie im Jahr 1891 in den USA geboren. Aufgewachsen als Kind armer Eltern hat er schon früh begonnen, bei der Farmarbeit zu helfen. Als sein Vater erfährt, dass es an der Universität einen neuen Studiengang für Agrarwissenschaften gibt, ermöglicht er seinem Sohn zu studieren.
Um die Kosten abzudecken, lebt er bei Verwandten seiner Mutter, und arbeitet auf deren Farm nach den Lesungen.
Doch im Laufe des Studiums ändert sich sein Weg, er beginnt, sich mehr und mehr mit Literatur zu beschäftigen und beschließt letztendlich, sein Agrarstudium abzubrechen.
Von nun an bestimmt die englische Literatur und die Liebe zu den Büchern sein Leben bis zu seinem Tod 1956.

Meine Meinung

Ich gestehe, von diesem "Klassiker" hatte ich zuvor noch nichts gehört oder gelesen. So konnte ich ganz unvoreingenommen zum Buch greifen.
Es ist ein leises Buch, sanft und unauffällig wie sein Hauptprotagonist.
Beim Lesen merkte ich sofort, dass der Autor einer anderen Generation angehört. Sein Stil lässt sich ausgezeichnet lesen, so konnte ich mich gut in die Geschichte einfinden. Die Art, Personen und Situationen zu beschreiben, hat fast schon etwas poetisches an sich. Nichts klingt irgendwie abgedroschen oder kitschig, es fühlt sich eher "gehoben" an, feiner, nicht so grob.
Besonders aufgefallen ist mir, wie die Menschen aus dieser Zeit miteinander umgegangen sind, egal ob es sich dabei um Freunde untereinander oder das Umwerben einer Frau handelt. Stoner ist hier eher der schüchterne Typ, respektvolle Zurückhaltung steht an vorderster Stelle, man merkt ihm seine Herkunft an. Diese Zurückhaltung hält sich über den gesamten Verlauf, obwohl ich eigentlich in manchen Situationen erwartet hatte, dass er diese einmal ablegt und ordentlich auf den Tisch haut. Gründe gab es jedenfalls genug.
Insgesamt finde ich es eine gelungene Erzählung über das Leben und Sterben des William Stoner. Obwohl es keine Spannung oder großartigen Ereignisse gibt, hat es mich festgehalten in einer Zeit, in der die Uhren fühlbar langsamer ticken.
Das Cover spiegelt sehr gut wieder, was ich während des Lesens oft empfand: trotz Familie, Freunden und Kollegen war Stoner einsam, versteckte sich förmlich hinter seinen Büchern.

Unterm Strich

Das Leben ist, was es ist. Nicht immer spektakulär, aber für jeden auf seine Art besonders. Für diesen Einblick in eine andere Zeit und in ein interessantes Leben vergebe ich 5 Sternthaler.

Der Autor
John Williams wurde 1922 in Texas geboren. Trotz seiner Begabung brach er sein Studium ab. Widerstrebend beteiligte er sich an den Kriegsvorbereitungen der Amerikaner und wurde Mitglied des Army Air Corps. Während dieser Zeit entstand die Erstfassung seines ersten Romans, der später von einem kleinen Verlag publiziert wurde. Williams erlangte an der University of Denver seinen Master. 1954 kehrte er als Dozent an diese Universität zurück und lehrte dort bis zu seiner Emeritierung 1985. Er veröffentlichte zwei Gedichtbände und vier Romane, von denen einer mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde.John Williams starb 1994 in Fayetteville, Arkansas.
Quelle: DTV Autorenseite

Vielen Dank an Amazon-Vine und den DTV für dieses Exemplar.

Schon wieder...

... ist ein Jahr rum.

Unvermeidlich, aber so ist es, vor 2 Tagen war mein Geburtstag. Da ich von Sonntag auf Montag und Montag auf Dienstag Nachtdienst hatte, hab ich nicht so viel davon gehabt. Aber als kurz nach Mitternacht das Stationstelefon klingelte... zum Glück klingelten da nicht gerade meine Patienten... und erst meine Kollegin Gitta und kurz danach Kollege Stefan gratulierte, das hatte schon was besonderes.

Meine Familie hat mir einen Tolino shine geschenkt, von Sohnemanns Freundin gab es gleich die passende Tasche dazu, und von Bastel-Ille ein wunderschönes selbstgemachtes Lesezeichen. Und von meinen Kollegen einen Zuschuß für die Fahrt nach Leipzig zur Buchmesse.


Den Tolino hab ich gestern dann mal voll geknallt mit jeder Menge Ebooks, da gibt es noch jede Menge zu lesen. Er fühlt sich gut an, sieht flott aus, ist sehr leicht und die Bedienung einfach. Nun kann meine Tochter ihren Trekstor endlich wieder für sich nutzen...  ;o).

Jetzt hab ich noch bis Sonntag frei und werde die Zeit geniessen.

Allen Glückwünschern sage ich herzlichsten Dank, ich habe mich sehr über Eure Grüße und lieben Worte gefreut.

Liebe Grüße, Eure Petra

Sonntag, 19. Januar 2014

"Fünf Kopeken" von Sarah Stricker

Eichborn-Verlag
506 Seiten
ISBN 9783847905356
Eichborn-Verlag/ Lübbe
Preis: 19,99€
gebundene Ausgabe


Wenn man ein Buch mit den Worten beginnt, dass die eigene Mutter hässlich ist, was mag dann dort wohl zum Vorschein kommen?
Nun ja, in diesem Fall eine ganze Menge, und vor allen Dingen über die Familie. Dinge, die man vielleicht lieber nicht erfahren möchte über die eigene Familie. Aber genau das ist es hier nunmal: Eine Geschichte über die Familie Schneider. Großvater Schneider, der aus dem Kurzwarenladen seines Vaters im Lauf der Jahre ein Bekleidungsimperium gemacht hat. Großmutter Schneider, die sich ständig um alles kümmert, wenn es nach ihr geht, ständig voller Angst, es jemandem nicht recht zu machen. Aber die eigentliche Hauptperson ist die schon anfangs als hässlich bezeichnete Mutter, die aber so schlau, so intelligent und so wissbegierig ist, dass für alles andere kaum Zeit bleibt. Sie wird behütet, gehegt und gepflegt, verhätschelt und getätschelt wie ein rohes Ei. Es scheint immer alles perfekt, doch wer will das schon...

Meine Meinung

Tochter Anna erzählt hier aus der Ich-Perspektive die Geschichte ihrer Mutter bis in unsere Zeit, als diese schwer erkrankt und klar wird, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt.
Es ist ein Buch, das man entweder gleich mag oder garnicht. Mit den oft verschachtelten, in sich verknoteten Sätzen ist es nicht immer einfach, dem Ganzen zu folgen. Es ist sehr detailreich und informativ, immerhin sind hier 3 Generationen derart miteinander verknüpft, da gibt es halt sehr viel zu berichten.
Ich weiß nicht, warum, aber trotz fehlender Spannung hat es mich gefesselt. Es gibt viele Situationen, die durch ihre oft dramatischen Dialoge der Großmutter skurril und komisch sind, aber oft wird auch Verzweiflung und Traurigkeit sichtbar.

Und durch den teilweise pfälzischen Dialekt der Familie entsteht so eine gelungene Mischung, die mich trotz einiger Längen fasziniert hat.
Das einzige, was mir nicht gefällt, ist die Anonymität dieser Familie, denn ich habe nicht erfahren können, wie sie alle heißen bis auf Anna, die Erzählerin. Das macht das Ganze Gesichtlos, es fiel mir schwer, mir vorzustellen, wie die Personen wohl aussehen mögen, ohne Namen gelang mir das nicht so recht.

Unterm Strich

Familiengeschichte mit Herz und Seele, bis tief ins Innere, die mir gut gefallen hat. Sie hat mich berührt, trotz der anonymen Stimmung. Darum 5 Sternthaler von mir.

Die Autorin
Sarah Stricker, 1980 in Speyer geboren, schrieb nach Einsätzen bei der taz und Vanity Fair für viele deutsche Zeitungen und Magazine (Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine, Neon). 2009 ist sie mit einem Stipendium nach Tel Aviv gegangen und kurzerhand dort geblieben, sie berichtet für deutsche Medien über Israel und für israelische Medien über Deutschland. "Fünf Kopeken" ist ihr schriftstellerisches Debüt, für einen Auszug daraus ist sie 2011 mit dem Martha- Saalfeld-Förderpreis ausgezeichnet worden.
Quelle: Eichborn/ Lübbe Autorenseite

Vielen Dank an das Amazon-Vine-Programm und den Eichborn-Verlag für dieses Exemplar.

Dienstag, 14. Januar 2014

"Drecksspiel" von Martin Krist

Ullstein-Verlag
396  Seiten
ISBN 9783548285375
Ullstein-Verlag
Preis: 9,99€
Taschenbuch


Hannah hatte sich so auf dieses Wochenende gefreut. Ihr Mann Philip hat endlich einen neuen Auftrag für sein Graphicstudio und somit die Hoffnung, mal ein paar Schulden loszuwerden. Zur Feier des Tages hat er darum mit seiner Familie ein paar Tage im Ferienhaus geplant. Und nun? Hannah sitzt gefesselt auf einem Stuhl, ihr Mann ist verschwunden und sie kann nur noch hoffen, dass der Typ mit den blutigen Handschuhen ihrer Tochter Millie nichts antut,

Meine Meinung

Hannah ist nur einen von vielen Personen in diesem Thriller. Leider zu viele Personen, obwohl es zum Glück gleich zu Beginn des Buches ein Personenregister gibt.
Auch Hannah's Geschichte ist in diesem Fall "nur" eine von vielen.

Eine weitere dreht sich um Toni, einen ziemlich fertigen Polizisten, dessen Grundzustand sich eher im Bereich zugekokst und besoffen befindet. Er schmeißt mit ziemlich derben Sprüchen um sich, "verfickte Scheiße" ist seine Antwort für alles und jeden... ziemlich nervig nach einiger Zeit. Zweimal geschieden, hat zwei Kinder und eine Freundin, die ihm gerade mitgeteilt hat, dass sie schwanger ist. Blöd für Toni nur, dass sie gerade tot in ihrem Zimmer im Bordell aufgefunden wurde, denn Leyla war Prostituierte.

Kommen wir zu David Gross, einem Privatermittler und Ex-Polizist, der sich bemüht, die entführte Shirin Rosenfeldt ausfindig zu machen. Man erfährt nicht sehr viel über ihn, aber er scheint eine suspekte Vergangenheit zu haben, die hier nur entfernt erwähnt wird. Er lebt getrennt von seiner Frau Caro, sie haben einen gemeinsamen schwerkranken Sohn.

Und dann hätten wir da noch Aki und seinen Kumpel Pedro, zwei Jugendliche, die ständig knietief in der Scheiße stecken und immer auf der Suche sind, die schnelle Kohle zu machen. Also klauen sie mal eben ein Auto. Dass der Kofferraum voller Geld ist, ahnen die beiden nicht.

All diese Geschichten kommen sich im Verlauf immer näher, jede der Personen hat etwas zu tun mit einer aus einem anderen Handlungsstrang. So wird aus vielen kleinen verworrenen Begebenheiten nach und nach ein großes Knäuel an Geschehnissen.
Jedes Kapitel, dessen Überschrift eine Tageszeit beinhaltet, ist nochmal in Absätze aufgeteilt, damit auch ja alle Personen immer wieder auftauchen und nicht in Vergessenheit geraten.
Tut mir leid, aber das ist das absolute Chaos. Es ist spannend, ohne jede Frage, aber man muss bei der Sache bleiben, um den Überblick zu behalten, sonst wird es anstrengend.

Verwirrend ist anfänglich auch, dass Krist mit dem Ende beginnt, was dem Leser aber erst zum Ende des Buches klar wird.

Hat man sich da durch gekämpft, wird man belohnt mit einem Thriller, der eigentlich keine Wünsche mehr offen lässt. Blutig, grausam, hinterhältig, Intrigen sind da nur einige Worte, um das gelesene zu beschreiben.

Unterm Strich

Wer das Chaos liebt, und sich gern schonmal selbst überlegt, wer hier mit wem und warum das so und so ist, dem kann ich diesen Thriller nur empfehlen. Mir war es ein wenig zu chaotisch, aber die Story ist gut. Darum von mir 5 Stenthaler.

Der Autor
Martin Krist ist das Pseudonym des erfolgreichen Autors Marcel Feige. Geboren 1971, arbeitete er als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften und lebt seit 1998 als Schriftsteller in Berlin.
Quelle: Ullstein Autorenseite
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