Mittwoch, 25. März 2015

"Der Tote vom Maschsee" von Susanne Mischke

Piper Verlag
301 Seiten
ISBN 9783492051460
Piper Verlag
Preis: 14,-€
Taschenbuch
Ausgabe von 2008


Hannover, Stöckener Friedhof: Auf dem Gedenkmal der Opfer von Fritz Haarmann liegt eine menschliche Zunge. Wenig später entdeckt ein Fußgänger bei seinem Spaziergang die passende Leiche dazu im Maschsee. Es ist Offermann, ein Spezialist auf seinem Gebiet: Psychiater und Gutachter für Sexualstraftäter.
Warum er sterben musste, ist nun Aufgabe von Hauptkommissar Völxen und seinem Team. Gemeinsam mit Hauptkommissarin Kristensen, Oberkommissar Rodriguez und der neuen Kollegin Wedekin macht er sich daran, den Fall zu lösen. Warum wurde Offermann zum Schweigen gebracht?

Meine Meinung

Das witzige an diesem Regionalkrimi ist, dass er hauptsächlich in Hannover handelt. Sämtliche Orte und Strassennamen sind mir dementsprechend bekannt.
Die Autorin hat diesen Krimi so gut verpackt, dass ich beim Lesen zeitweise vergaß, dass es ja nur ein Krimi ist und kein Tatsachenbricht.
Aber genau darum war es für mich ein Vergnügen, mit dem Team mitfiebern.
Dieses besagte Team ist ein uriger Haufen. Die verschiedenen Charaktere sind gut ausgeprägt und jeder für sich besonders.
Da ist Jule, die Neue. Sie macht einen schrecklich schlauen Eindruck, der erstmal überhaupt nicht gut ankommt.
Rodriguez ist der Macho, alles was nicht bei drei auf den Bäumen ist, wird schonungslos angebaggert.
Völxen, der brummige Chef, liebt die Ruhe bei seinen Schafen. Aber Nordic Walking im hellblauen Sportanzug, da hört der Spaß auf.
Und Oda, die alleinerziehende Mutter, will ihrer Tochter einfach keinen Sarg zum Schlafen kaufen. Der Plan, sie in der Pathologie bei einer Leichensektion davon abzuschrecken, geht leider nach hinten los.
Alle zusammen ergänzen sie sich aber ausgezeichnet und es war mir ein Vergnügen, ihre Ideen und Fortschritte zu verfolgen.
Und trotz des unschönen Themas des sexuellen Missbrauchs gibt es doch auch einige Schmunzler und Lacher, auch weil eine ordentliche Portion Sarkasmus mitschwingt.
Der Schreibstil ist unkompliziert, und die Mischung aus Großschnäuzigkeit und Wissen ist meiner Meinung nach gut gelungen.
Was fehlt, ist die Spannung ansich, es gibt zwar mehr als eine Leiche, doch das Ganze ist recht unspektakulär abgehandelt.
Trotzdem fühlte ich mich gut unterhalten.

Unterm Strich

In diesem Regionalkrimi fühlte ich mich wie zu hause, als würde ich durch all die bekannten Orte direkt daneben stehen. Er ist auf jeden Fall unterhaltsam, nur die Blutrünstigen unter Euch werden genau das vermissen, denn es ist ziemlich unblutig.

Die Autorin
Susanne Mischke wurde 1960 in Kempten geboren und lebt heute bei Hannover. Sie war mehrere Jahre Präsidentin der »Sisters in Crime« und erschrieb sich mit ihren fesselnden Kriminalromanen eine große Fangemeinde. Für das Buch »Wer nicht hören will, muß fühlen« erhielt sie die »Agathe«, den Frauen-Krimi-Preis der Stadt Wiesbaden. Zuletzt erschienen von ihr die vier Hannover-Krimis »Der Tote vom Maschsee«, »Tod an der Leine«, »Totenfeuer« und »Todesspur«, die über die Grenzen Niedersachsens hinaus großen Erfolg haben.
Quelle: Piper Autorenseite

1 Kommentar:

  1. Hallo Petra,

    Regionalkrimis gehören nicht ganz so in mein Beuteschema, aber deine Rezension macht mich jetzt neugierig. Hört sich recht gut an, vor allem, weil auf der Haarmann-Story aufgebaut wird.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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