Dienstag, 28. Juli 2015

"Flamingostar" von Erik Brandt-Höge

Drömer-Knaur
252 Seiten
ISBN 9783426304495
Drömer-Knaur-Verlag
Preis: 12,99€
Taschenbuch
erschienen 07/ 2015


Jussi, eigentlich Justus von Schweben, liebt seine Musik. Er textet und komponiert sie selbst, und erzählt so von Liebe, Schmerz und Trauer. Schnell wird er als Schnulzenheini abgestempelt. Sein Vater hat dafür kein Verständnis, er will, dass sein Sohn Anwalt wird, so wie er. Dementsprechend gespalten ist das Verhältnis der Beiden. Es war schon früher recht kühl, und seit Jussis Mutter bei einem Unfall ums Leben kam, hat es sich noch verschlechtert. Und so entfernen sich zwei Sturköpfe immer weiter voneinander.
Jussi taucht ab in seine Musik, und schafft es sogar, auf Tour zu gehen. Sein Vater dagegen versinkt immer weiter im Alkohol, denn es gibt da etwas über den Unfalltod Jussis Mutter, was Jussi noch nicht weiß.

Meine Meinung

Schon gleich zu Beginn ist alles recht düster und es wird schnell klar, dass Jussis Vater schon immer auf Distanz war. Gefühle zeigen war noch nie etwas für ihn, das war immer Jussis Mutter überlassen.

Und das, was Jussi in seiner Musik und in seinen Texten an Gefühlen vielleicht zu viel an den Tag legt, zeigt sein Vater eben zu wenig. So spürt man die Distanz zwischen den beiden sehr deutlich.
Darum geht es hauptsächlich in dieser Geschichte - Gefühle. Mal werden sie erwidert, mal sind sie zu viel des Guten, manchmal zeigen sie sich lieber garnicht erst, aus Angst vor Abweisung. Da ist der Autor sehr direkt, auch wenn ab und zu alles mal in rosarot getaucht wird.

Er zeigt den Aufstieg eines kleinen Musikers, und was er auf seinem holprigen Weg alles auf sich nimmt oder von anderen aufdiktiert bekommt. Egal, ob Plattenvertrag, Interviews, Auftritte als "Anheizer", es geht ständig auf und ab. Und zwischendrin immer wieder sein Vater, der langsam akzeptiert, was sein Sohn macht.

Die ganze Geschichte liest sich locker und leicht, es geht durch alle Höhen und Tiefen, mal mit, mal ohne Alkohol, Geld und Liebe, das komplette Programm. In manchen Kapitel sind auch die Liedtexte integriert, zu gerne würde ich auch noch die passende Melodie dazu hören.

Unterm Strich

Insgesamt finde ich das Buch gut gelungen, und mit den Liedern wird das Geschehen geschickt untermalt. Es ist lustig und schräg, regt aber auch zum Nachdenken an. Es ist nun mal nicht alles Gold, was glänzt. Hier gibt es 4 Sternthaler dafür.

Der Autor
Erik Brandt-Höge, geboren 1982 in Achim, ging nach dem Abitur nach Berlin und Potsdam, wo er Anglistik/Amerikanistik und Germanistik studierte. Seit 2005 schreibt er als freier Autor über Musik, Film und Literatur. Seine Texte erscheinen u.a. in der Süddeutschen Zeitung, der Teleschau, auf jetzt.de und zeitjung.de. Sein Debütroman "Diskobushaltestellenhierarchie" wurde 2014 veröffentlicht, 2015 folgt "Flamingostar". Seit 2013 lebt und
arbeitet Erik Brandt-Höge in Hannover.
Quelle: Drömer-Knaur Autorenseite

Vielen Dank an Monika Neudeck vom Drömer-Knaur-Verlag für dieses Leseexemplar.

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