Montag, 28. Dezember 2015

"Der Mann, der nie Glück hatte" von Matthias Matting

397 Seiten
ISBN 9781558603174
Selbstverlag
Preis: 9,99€
Taschenbuch
erschienen 23.10.2015


Martin hatte nie Glück, und er ist sicher, er wird auch nie welches haben. Eigentlich hat er sich damit abgefunden. Aber irgendwie auch wieder nicht, denn nach seinem Suizidversuch ist er nun doch in einer Klinik, hat Therapiegespräche und muss Medikamente nehmen.
Seit seiner Kindheit lief alles quer, er hat seinen Vater erschossen, er ist sich sicher, dass er kein Einzelkind ist, seine Frau hat ihn verlassen, weil sie das gemeinsame Kind verloren hat, aber war sie überhaupt schwanger?
Alle Menschen, die ihm wichtig und lieb sind, sind gegangen. Vielleicht sollte er lieber garnicht erst in engeren Kontakt mit seinen Mitmenschen treten, damit sie sich nicht an seinem Pech anstecken.

Meine Meinung

Schon der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht. Ein Mann, einsam, damit er anderen nicht mit seinem Unglück infiziert. Der Autor hat hier mit seinem Hauptprotagonisten das personifizierte depressive Unglück erschaffen. Dementsprechend sind die hier geschilderten Erlebnisse und Ereignisse in Martins Leben manchmal nur schwer zu ertragen.
Egal, ob als Kind oder Erwachsener, nichts ist ihm wirklich positiv gelungen und somit auch kein Wunder, dass er nun in einer Klinik sitzt.
Nach und nach dröselt Martin seine Geschichte auf, erzählt aus seiner Kindheit, von seiner Mutter, seinem Vater, von sich, später auch von seine Beziehungen. Sein Vater war so depressiv, dass er seinen Sohn bat, ihn zu erschießen... wie kann jemand so etwas von seinem Kind verlangen?
Matting hat dabei eine Art zu schreiben, die keinen Funken Hoffnung zulässt und trotzdem konnte ich kaum aufhören, weiter zu lesen. Kurze, knappe Sätze, oft unpersönlich, eher wie ein Bericht manchmal.
Und dann macht das Ganze einen Schlenker in eine Richtung, die ich überhaupt nicht erwartet hatte. Allein die Idee ist schon sehr verrückt, aber Klasse umgesetzt, das hat mir absolut gefallen, konnte mir sogar ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Unterm Strich

Vom Trauerkloß zum gestandenen Mann, eine interessante Geschichte mit einer guten Idee. Dafür 4 Sternthaler von mir.

Der Autor
Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch "Reise nach Fukushima" erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis "derneuebuchpreis.de" in der Kategorie Sachbuch.

Matting ist als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS, als Autor für Federwelt, Telepolis und Golem.de und betreut die wöchentliche Video-Kolumne "Mattings Warentest". Schließlich gibt er auch Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.
Quelle: Autorenseite Amazon

Vielen Dank an Vorablesen und Matthias Matting für dieses Leseexemplar.

Kommentare:

  1. Das Buch klingt wirklich gut und du hast meine Neugier geweckt! Allerdings klingt es auch nach einer sehr harten, traurigen, düsteren Geschichte, die man sicher nicht in jeder Stimmung lesen kann und die ich so auch nicht hinter dem recht "unschuldigen" Cover vermutet hätte.

    Ich glaube, ich muss mich einmal der Leseprobe widmen ...

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    1. Ja mach mal, du weißt, ich lasse es dir gerne zukommen, du mußt nur den Finger in die Höhe strecken ;o)

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    2. Lieb von dir! Aber momentan möchte ich mich erst einmal für ein paar Monate auf den SUB-Abbau konzentrieren (dieses Mal wirklich! :D ) Inzwischen passt der SUB nämlich schon nicht mehr in mein Regal und wir müssen beim Staubsaugen immer drum herum saugen oder die Bücher wegräumen, was beides nicht so toll ist. ;)

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